Bayern - Allgäuer Alpen - Nagelfluhkette Steinköpfle

­Allgemeine Informationen

Der Naturpark Nagelfluhkette ist der erste grenzübergreifende Naturpark zwischen Deutschland (Oberallgäu) und Österreich (Vorarlberg). Dieser ist zugleich auch der höchstgelegenste Naturpark Deutschlands. Er liegt in der Nagelfluhkette am Nordrand der Allgäuer Alpen. Der Naturpark umfasst 24.700 Hektar im Oberallgäu und 16.300 Hektar im angrenzenden Bregenzer Wald. Sechs Oberallgäuer und acht Vorarlberger Gemeinden schlossen sich zu diesem Projekt zusammen. Eine Wanderung auf dem Kammweg der Nagelfluhkette bietet bergerfahrenen Wanderern imposante Ausblicke sowie eine reiche Flora. Dies ist auch der Grund weshalb sie zu einer der beliebtesten im Oberallgäu zählt. Immenstadts Hausberg, der Mittag (1.451 m) ist der östlichste Gipfel der sich über 20 km langen Nagelfluhkette, welche sich über 13 Gipfel darunter den Stuiben (1749 m) und Hochgrat (1832 m/höchster Punkt der Kette) bis zum Hochhäderich (1565 m) bei Hittisau in Österreich erstreckt. Die Überschreitung der Nagelfluhkette ist zudem Teil der Europäischen Fernwanderwege E4, E5 sowie des Maximiliansweges. Die Nagelfluhkkette verdankt ihren Namen dem Gestein, aus dem sie besteht. Der Nagelfluh – im Allgäu auch „Herrgottsbeton“ genannt - setzt sich eigentlich aus Schutt und Geröll zusammen, das voreiszeitliche Flüsse von den Alpen nach Norden verfrachtet hatten. Im Laufe der Jahrmillionen hat sich das Gemenge immer weiter verfestigt und eine Beschaffenheit angenommen, die in etwa der von Waschbeton entspricht. Bei der Auffaltung der Alpen wurde diese Ablagerungsschicht nach oben verfrachtet. So finden wir sie heute in Höhen bis zu 2000 m.  

Tourenbeschreibung

Ausgangspunkt unserer Wandertour ist der Parkplatz (720 m) unterhalb der Talstation der Mittagbahn (87509 Immenstadt, Mittagstraße/Oberes Feld).


Zuerst folgen wir dem Fahrweg leicht bergan bis zur Talstation der Mittagbahn (730 m). Wir durchschreiten den Sessellift, folgen dem Wegweiser in Richtung Mittagbahn-Mittelstation und erreichen nach ca. 100 m linkerhand einen schön angelegten Waldsteig, auf welchem wir teilweise über Holztreppen steil aufwärts steigen.


Nach kurzer Zeit stoßen wir auf einen geschotterten Forstweg, welcher uns an der Sennalpe Hochried (910 m) vorbeiführt


und weiter zu einer Weggabelung bringt (0,5 Std.). Hier folgen wir der Teerstraße weiter bergan bis zur Mitteltstation der Mittagbahn (¾ Std.). Dieser Wegabschnitt ist im Winter als Rodelbahn präpariert.


Von der Mittelstation aus wandern wir den Schotterweg weiter bergan, passieren die Alpe Mittag (1210 m)


und erreichen nach knapp 2 Stunden die Bergstation der Mittagbahn und den direkt daneben liegenden ersten Gipfel unserer Tour den Mittag (1451 m). Von hier bietet sich ein herrlicher Rundblick auf die Allgäuer Hochalpen mit den davorliegenden Gemeinden Sonthofen, Bad Hindelang sowie Oberstdorf. (Tipp: Auf dem Mittagberg findet alljährlich Anfang August eine Bergmesse am Gipfelkreuz statt, welche vom Trachtenverein D´Älpler und dem Pfarrgemeinderat aus Immenstadt organisiert und musikalisch von einer Abordnung der Stadtkapelle begleitet wird).


Vom Mittaggipfel folgen wir dem gut ausgeschilderten Schotterweg durch den licht bewaldeten Kamm in Richtung Bärenkopf und Steineberg. Nach ca. 15 Minuten erreichen wir (2.15 Std.) den hauptsächlich mit Gras bedeckten Bärenkopf (1463 m, auch Bärenköpfle genannt). Das Gipfelkreuz selbst steht auf einem zwei Meter hohen Felsen. Westlich kann das Gipfelkreuz des nächsten Gipfels, dem Steineberg (1660 m), erspäht werden. Seinen Namen erhielt das Bärenköpfle, weil auf ihm 1760 angeblich der letzte Bär des Allgäus erlegt worden sein soll.


Am Bärenkopf vorbei durchschreiten wir eine kleine Senke, bevor der Aufstieg zum Steineberg beginnt. Ein schmaler teils steiler mit vielen Holzstufen angelegter Waldsteig führt uns aufwärts zur nördlichen Abbruchkante.


Kurz danach erreichen wir zwei kurze mit Stahlseil gesicherte Passagen, welche uns unterhalb des Gipfelkreuzes vom Steineberg führt. Hier wollten wir eigentlich die Nordflanke über die kurze Klettersteigpassage (I) zur Gipfelleiter durchsteigen.


Da dieser Teilabschnitt jedoch aufgrund eines Steinschlages beschädigt und deshalb gesperrt wurde, folgen wir dem Normalweg linkerhand für ein kurzes Stück. Hierzu queren wir die Flanke und erreichen nach ca. 50 Minuten die 20m hohe und 50-stufige senkrechte Stahlleiter, welche sich fast unterhalb des Gipfelkreuzes befindet.


Wer nicht schwindelfrei ist, kann über einen kleinen Umweg (gemäß o. g. Beschilderung) auf die Südseite den Steineberg ebenfalls erklimmen. Über die Leiter gelangen wir jedoch in kürzerer Zeit auf den Gipfel des Steinebergs (1660 m / 3. Std.).


Etwa 300m südwestlich des Gipfelkreuzes liegt der eigentliche Gipfel des Steineberges (1683 m). Die Graskuppe erhebt sich nochmals um etwa 20 Höhenmeter über dem Gipfelkreuz. Hier bietet sich ein schöner Blick auf die Berge des Hauptkamms und des Kleinwalsertales. Wir folgen den Schildern weiter in Richtung Stuiben.


Nach kurzer Zeit erreichen wir eine steile Felsflanke, die „Graue Wand“, welche am Drahtseil gequert wird.


Wir folgen dem felsigen Grat weiter zum Steinköpfle (1669 m), von welchem sich ein herrlicher Anblick auf die östlichen Gipfel des Allgäus ergibt.


Hinter dem Steinköpfle verlassen wir den Grat hinab in eine kleine Senke.


Am Ende dieser Scharte stoßen wir auf eine Weggabelung (4. Std.), von welcher wir dem Wegweiser folgend in Richtung Norden zur Alpe Gund (1480 m) absteigen.


Wer noch Zeit und Ausdauer im Gepäck hat, kann auch noch den Stuiben (1749 m) in Angriff nehmen. Kurz unterhalb der Alpe Gund (4,5 Std.) halten wir uns rechterhand weiter bergab in ein Tal hinein.


Wir wandern den Pfad weiter in Richtung Alpe Hinterkrummbach. Unmittelbar vor der Alpe Hinterkrummbach (1364 m) überqueren wir den Krummbach auf einem Holzsteg (5 Std.).


Hier zweigen wir gleich nach links ab und gelangen nach wenigen Metern des Abstiegs auf einen kleinen im Wald versteckten Wasserfall. Es geht über einen schmalen Steig weiter bergab durch den lichten Fichtenwald.


Nach kurzer Zeit erreichen wir einen freien Steilhang, von welchem wir die gegenüberliegende Almagmach Alphütte erkennen.


Bei Begehung dieser Tour bei winterlichen Verhältnissen der sollte an dieser Stelle besondere Vorsicht walten lassen, da hier durch vorangegangene Reifperioden Schwimmschneeschichten eingelagert sein könnten, welche bei Belastung möglicherweise ein Schneebrett auslösen würden. In unserem Fall war dieses anscheinend erst ein paar Tage zuvor abgegangen.


Nach Querung dieser Passage stoßen wir wieder in ein Waldstück, in welchem man den ein oder anderen stattlichen Nagelfluhblock begegnet.


Einige Zeit später stoßen wir auf einen breiteren Forstweg (5,5 Std.). Diesem folgen wir weiter in Richtung Immenstadt, passieren das Jagdhaus Ornach, überqueren den Steigbach, bis hin zur Hölzernen Kapelle (900 m / 5 ¾), an welcher sich 1632 die Immenstädter gegen die Schweden verschanzten.


Kurz unterhalb der Hölzernen Kapelle folgen wir rechterhand dem sog. Steigbachtobelweg, einem der wohl bekanntesten Allgäuer Wildbachtobel mit seinen kaskadeartigen Wasserfällen und Gumpen. Der streckenweise mit Eisenstegen und Holzleitern angelegte Steig führt uns direkt am Steigbach entlang weiter in das Tal.


Kurz vor Immenstadt erreichen wir das Geröllfeld des Bergrutsches im März 2006 am Immenstädter Horn (6 Std.).


Hier führt uns die erneuerte hölzerne Sepp-Gammel-Brücke über den Steigbach.


Über den Wanderweg hinter der Brücke gelangen wir in weiteren zehn Minuten zurück zum Parkplatz an der Talstation der Mittagbahn dem Ausgangspunkt unserer Rundtour (6 ¼ Std).


Hinweis: Will man im Rahmen einer Tagestour mehrere Gipfel der Nagelfluhkette erklimmen (z. B. von Mittag bis Hochgrat, Gehzeit ca. 7 Std.) empfiehlt sich die Hilfe der beiden Bergbahnen Mittag- & Hochgratbahn in Anspruch zu nehmen um die Rückfahrt zum Ausgangspunkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln sicherzustellen.

FAZIT: Bei der beschriebenen Tour handelt es sich um eine sehr lohnenswerte mittelschwere Bergwanderung mit grandiosen Blick in die Allgäuer Berge, das hügelige Westallgäu und das Allgäuer Voralpenland. Die Tour führt über gut gekennzeichnete Alpwege, Pfade sowie über teilweise ausgesetzte Steige verbunden mit leichter Kletterei und teilweise steilen Anstiegen, welche Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erfordern.

Weitere Informationen

  • Route Aufstieg: Parkplatz Talstation Mittagbahn - Talstation - Wegmarkierung Ri. Mittelstation - Sennalpe Hochried - Mittelstation Mittagbahn - Alpe Mittag - Bergstation Mittagbahn - Mittaggipfel - Bärenköpfle - Steineberg - Steinköpfle
  • Route Abstieg: Wegmarkierung Ri. Alpe Gund - bis kurz vor Alpe Hinterkrummbach - Wegmarkierung Ri. Immenstadt/Steigbachtal - Jagdhaus Ornach - Hölzerne Kapelle - Steigbachtobelweg - Sepp Gammel Brücke - Parkplatz Talstation Mittagbahn
  • Dauer für Aufstieg: 3,5 Stunden
  • Dauer für Abstieg: 2 Stunden
  • Ziel Höhe / Gipfel: 1683 m
  • Höhenmeter: 963 m
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Empfohlende Wandermonate: Mai - Oktober
  • Klettersteig: A - wenig schwierig
  • Sehenswürdigkeiten: Panorama, Felsformationen, Leiter für Aufstieg zum Steineberg Gipfel
  • Einkehrmöglichkeit: Bergstation Mittagbahn, Alpe Gund
  • Schuhwerk: knöchelhohe Bergschuhe mit guter Profilsohle
  • Trittsicherheit: erforderlich
  • Schwindelfrei: erforderlich
  • Wanderkarte: Kompass Nr. 3
  • Weiterempfehlen: ja - ich würde die Tour wieder machen
  • Hinweis:

    Die Benutzung des Tourenberichtes erfolgt auf eigenes Risiko. Es wird keine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden jeder Art übernommen.

Sebastian

Was zunächst mit einer gewissen Skepsis begann, da es immer hieß Wandern ist etwas für ältere Leute, schlug ganz schnell in eine große Leidenschaft um und gipfelte letztendlich in einer Sucht. Mit meinen Berichten möchte ich euch helfen diese lebenslängliche Krankheit so gut wie möglich zu überstehen und die Symptome etwas zu lindern.

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