Bayern - Wettersteingebirge - Leutascher Geisterklamm

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Allgemeine Informationen

Die Leutaschklamm oder auch die Leutascher Geisterklamm wie sie genannt wird, ist eine Klamm, die in der Alpenwelt Karwendel bei Mittenwald im deutsch-österreichischen Grenzgebiet liegt und durch welche die Leutascher Ache fließt. Vom Leutaschtal aus schlängelt sie sich abwärts in Richtung Mittenwald. Im Jahre 1880 wurde die Leutaschklamm erstmal bis zum 23m hohen Wasserfall erschlossen, was in den deutschen Alpen die erstmalige Schaffung einer Zugangsmöglichkeit in eine Klamm für die Allgemeinheit darstellte. Erst 126 Jahre später  wurde die Leutaschklamm, so wie man sie heute vorfindet, für die Touristen begehbar gemacht. Hierzu wurden einige Meter Stahlstege und Brücken in der Klamm montiert. Die Klamm hat eine Länge von knapp 1,7 km und eine Tiefe von bis zu 75m. Durch die Klamm selbst gibt es drei Wege die da wären, der Klammgeistweg (Länge 3000 m), der Koboldpfad (Länge 1900 m) sowie der Wasserfallsteig (Länge 200 m). Die Klamm ist grundsätzlich ganzjährig geöffnet. Bei starken Schneefällen, Regen oder Steinschlaggefahr kann es jedoch zur Sperrung des Wasserfallsteiges sowie zur kurzzeitigen Sperrung von Teilabschnitten in der Klamm aufgrund der Gefahrenlage bzw. der erforderlichen Reparaturarbeiten kommen. Die Begehung des Klammgeistweges sowie des Koboldpfades sind kostenfrei. Lediglich der Wasserfallsteig ist für Besucher kostenpflichtig. Am Klammkiosk werden 3-, € Eintrittsgeld  für Erwachsene und 1,- € für Kinder erhoben.

Tourenbeschreibung


Ausgangspunkt unserer Familienwanderung sind die kostenpflichtigen, begrenzt verfügbaren Pkw-Parkplätze in der Innsbrucker Straße in Mittenwald. Als Anhaltspunkt für das Navigationssystem kann man diese hier heranziehen: Innsbrucker Straße 60, 82481 Mittenwald.Von dort aus folgen wir der Innsbrucker Straße auf dem Gehsteig in nördliche Richtung und überqueren die Brücke über die Isar.

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Unmittelbar danach leitet uns ein Wegweiser linkerhand Richtung Leutascher Geisterklamm („Am Köberl“/Wandermarkierung Nr. 850). Der nun folgende Wegabschnitt unterhalb des bewaldeten Burgberges ist zudem ein Teilabschnitt des Jakobsweges „Isar- Loisach - Leutascher Ache - Inn“.

 Zu Beginn wandern wir auf einem breiten Schotterweg parallel zur Leutascher Ache bis zum Klammkiosk, welches wir nach einer reinen Gesamtgehzeit von 10 Minuten erreichen.

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Hier entschieden wir uns, zuerst den Wasserfallsteig in Angriff zu nehmen, welcher im Jahre 1900 von der Brauerei Mittenwald gebaut und 1975 erneuert wurde. Hierzu passieren wir nach Entrichten des Eintrittsgeldes das Drehkreuz am Klammkiosk, überschreiten an einer zu Beginn angebrachten Hinweistafel die Staatsgrenze zwischen Deutschland/ Österreich

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und wandern im Anschluss auf einem Metall-/Holzsteg langsam in Richtung des rund 200 m entfernten Wasserfalls, den wir nach weiteren 5 Minuten erreichen. Hier spürt man die Gewalt des Elements Wasser hautnah, da der 23m hohe Wasserfall tosend über die Felskante stürzt.

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Im Anschluss wandern wir wieder auf gleichem Weg zurück zum Klammkiosk (reine Gesamtgehzeit 20 Minuten). Der Wasserfallsteig ist beidseitig mittels eines Metallhandlaufs bzw. Stahlseilen gesichert, wobei auf Kinder trotzdem besonders geachtet werden sollte.

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Am Klammkiosk halten wir uns rechterhand und widmen uns dem Koboldpfad. Hierzu überqueren wir die Leutascher Ache an einer Brücke und steigen nun auf einem breiten Schotterweg steil bergwärts.

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Bereits zu Beginn begleiten uns eine Vielzahl von Stationstafeln, an welchen uns die Kobolde von Gesteinen in der Leutaschklamm und der Kraft des Gletschers während der Eiszeit berichten. Den Koboldpfad begeht man am besten im Uhrzeigersinn, da die Infotafeln überwiegend chronologisch aufeinander aufbauen.

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Nach kurzer Zeit (reine Gesamtgehzeit 35 Minuten) erreichen wir das Gasthaus Gletscherschliff (1020 m / Öffnungszeiten: täglich ab 10 Uhr – Dienstag ist Ruhetag). Seinen Namen verdankt verdankt der Gasthof übrigens dem 1930 entdeckten Felsen, an dem der Fluss des Gletschers zur Eiszeit deutlich zu erkennen ist. Dieser Gletscherschliff ist der größte im gesamten Alpenraum und gilt als Naturdenkmal. Von der Sonnenterrasse des Gasthauses aus hat man einen traumhaften Blick auf Mittenwald und die gegenüberliegende Alpenwelt des Karwendel.

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Von hier geht es über einen schmalen Steig in Kehren weiter bergwärts vorbei an der Erlebnisstation „Im Steinreich“, bis wir in einem kurz dahinter liegenden Waldstück einen Grenzübergang erreichen.

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Wir verlassen das deutsche Staatsgebiet und „reisen“ in das Nachbarland Österreich ein. Hier ein kleiner Hinweis: Bei Grenzüberschreitung nach Österreich gibt es eine Ausweismitführpflicht auch wenn es sich um die sog. grüne Grenze handelt. Direkt nach Passieren der Grünen Grenze halten wir uns rechts dem Wegweiser folgend in Richtung Leutaschklamm. Auch hier passiert man interessante Erlebnisstationen, an denen sich auch viele von vermutlich kleinen Wanderern errichtete Steinmännchen befinden.

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Nun geht es wieder ein Stück abwärts, bis wir das Wahrzeichen der Leutascher Klamm, die Panoramabrücke, nach einer reinen Gesamtgehzeit von 50 Minuten erreichen.

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Von der Brücke aus bietet sich uns ein beeindruckender Blick auf die Karwendelspitze sowie auf die 47m unter uns liegende Leutascher Ache.

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Wir überqueren die Panoramabrücke und halten uns am Ende der Brücke links in die Klamm hinein. Der nun folgende Streckenabschnitt verläuft auf einem komplett gesicherten Gittersteg frei schwebend über der Leutascher Ache. Durch die Gitter kann man unmittelbar nach unten in den Abgrund blicken. Selbst links und rechts sind neben den Querstreben noch Gittermetze angebracht, damit auch kein Kind durchrutschen und abstürzen kann.

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Auch in der Klamm selbst treffen wir wieder auf tolle Erlebnisstationen für die Kleinsten wie z. B. ein Echo- und Hörtrichter, eine Wasserkurbel, ein Spiegel für Lichtreflexionen, ein Gong, ein Holzxylophon sowie eine zusätzliche Infotafel mit der Entstehungsgeschichte der Klamm. Kurz vor dem Ende der Klamm queren wir die Leutascher Ache nochmals an einer Brücke, die sog. Höllbrücke,

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und wenige Meter danach kann sogar der Klammgeist in der Geistergrotte besucht werden.

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Nach Passieren der Regenbogenschlange und der Wasser-Lesewalzen treten wir aus der Klamm heraus (reine Gesamtgehzeit 1 Stunde 25 Minuten) und steigen über ein paar Stufen bergan, bis wir an eine Weggabelung gelangen.

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Hier halten wir uns links und folgen dem breiten Schotterweg bis wir nach 5 weiteren Minuten einen „Wood Henge“ erreichen. Dieser idyllische Platz eignet sich mit einer Vielzahl an Bänken hervorragend als Vesperörtlichkeit.

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Nach einer kleinen Stärkung geht es weiter vorbei an weiteren Erlebnisstationen wie dem Märchenwald und Infotafeln

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bis zu einer Weggabelung, welche uns bereits vom Abstieg zur Panoramabrücke bereits bekannt ist. Hier biegen wir links ab und wandern wieder hinunter zur Panoramabrücke.

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An der Brücke halten wir uns nun jedoch nicht mehr links sondern rechts und ziehen somit eine 8-er Schleife.

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Jetzt gilt es einige Gitterstufen zu bewältigen bis sich unser Weg in einen kleinen Pfad wandelt.

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Dieser führt uns nun ziemlich steil in mehreren Serpentinen bergab bis wir wieder an das Klammkiosk gelangen (reine Gesamtgehzeit 2 Stunden 20 Minuten).

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Auch in diesem Teilstück klären Infotafeln über die Entstehungsgeschichte der Klamm und der Umgebung auf.

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Vom Klammkiosk aus, geht es dann analog unseres Hinweges zurück zum Ausgangspunkt unserer Tour, welchen wir nach einer reinen Gesamtgehzeit von 2,5 Stunden sowie 127 Höhenmeter im Anstieg erreichen.

FAZIT

Eine empfehlenswerte abenteuerliche Familienwanderung, verbunden mit spannenden sowie beeindruckenden Erlebnissen für die Kinder, welche die Wanderung sehr kurzlebig machen.

Weitere Informationen

  • Route Aufstieg: Mittenwald - Innsbrucker Straße - Am Köberl - Klammkiosk - Wasserfallsteig - Klammkiosk - Koboldpfad - Gasthaus Gletscherschliff - Panoramabrücke - Klammgeistweg- Leutascher Geisterklamm - Höllbrücke - Klammgeistweg
  • Route Abstieg: Koboldpfad - Panoramabrücke - Klammkiosk - Am Köberl - Innsbrucker Straße
  • Dauer für Aufstieg: 2 Stunden
  • Dauer für Abstieg: 1 Stunde
  • Ziel Höhe / Gipfel: 1066 m
  • Höhenmeter: 107 m
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Empfohlende Wandermonate: April - Oktober
  • Klettersteig: nein
  • Sehenswürdigkeiten: Klammkiosk, Wasserfallsteig, Koboldpfad, Klammgeistweg, Panoramabrücke, Erlebnisstationen, Infotafeln, Berggasthaus Gletscherschliff, Höllbrücke
  • Einkehrmöglichkeit: Klammkiosk, Berggasthaus Gletscherschliff
  • Schuhwerk: knöchelhohe Bergschuhe mit guter Profilsohle
  • Trittsicherheit: erforderlich
  • Schwindelfrei: erforderlich
  • Wanderkarte: Kompass Nr. 5
  • Weiterempfehlen: ja - ich würde die Tour wieder machen
  • Hinweis:

    Die Benutzung des Tourenberichtes erfolgt auf eigenes Risiko. Es wird keine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden jeder Art übernommen.

Sebastian

Was zunächst mit einer gewissen Skepsis begann, da es immer hieß Wandern ist etwas für ältere Leute, schlug ganz schnell in eine große Leidenschaft um und gipfelte letztendlich in einer Sucht. Mit meinen Berichten möchte ich euch helfen diese lebenslängliche Krankheit so gut wie möglich zu überstehen und die Symptome etwas zu lindern.

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