Meraner Land - Ortlergruppe - Naturnser Hochwart

Meraner Land - Ortlergruppe - Naturnser Hochwart by wandersuechtig.de

Allgemeine Informationen

Die Naturnser Hochwart ist ein 2608 m hoher Berg in Südtirol (Italien) und liegt in der Ortler-Gruppe. Der Zusatz “Naturnser“ dient zur Unterscheidung von einem anderen namensgleichen Berg. Die Naturnser Hochwart gehört zu einer Bergkette, die sich vom Vigiljoch bis hin zum Ortler am Stilfser Joch erstreckt. Sie trennt die im Vinschgau liegende Gemeinde Naturns von St. Pankraz im Ultental ab. Im Nordosten des Kammes befindet sich das Naturnser Hochjoch (2474 m), das von der Hochwart durch die Nörderscharte (2372 m) getrennt wird. Folgt man dem Kamm in Richtung Südwesten gelangt man zur Drei-Hirten-Spitze (2545 m) und zum Kreuzknöttler  (2467 m), ehe man zum Tablander Joch (2428 m) absteigt.

Tourenbeschreibung

Wir fahren mit unserem Pkw auf den Naturnser Nörderberg (Straßenname Bahnhofstraße bzw. Via Stazione) bis zum Parkplatz Kreuzbrünnl auf 1578 m. Bei der Anfahrt nicht wundern, wenn sich die Teerstraße nach ca. 8 Kilometern im oberen Bereich in einen Forstweg wandelt. Teilweise weist der Weg im letzten Drittel ausgefahrene Fahrspuren mit größeren Steinen auf. Hier ist besondere Vorsicht geboten, um sich nicht den Fahrzeugunterboden zu beschädigen. Der kostenlose Parkplatz selbst bietet aufgrund seiner großzügigen Fläche ausreichend Platz für eine hohe Anzahl von Fahrzeugen. Im Bereich der dortigen Durchfahrtsschranke weist uns eine auf der rechten Seite angebrachte Infotafel darauf hin, ob die hier befindlichen Almen (Naturnser Alm, Zetn- bzw. Altalm, Frantsch- bzw. Mauslochalm) aktuell noch geöffnet haben.

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Zudem zeigt uns der hier aufgestellte Wegweiser die Richtung zur Naturnser Alm (Wegmarkierung Nr. 30 B). Nach dem Passieren dieser Schranke gilt es einige Meter bergwärts auf einem breiten geschotterten Forstweg zurückzulegen, welcher aufgrund seiner sanften Steigung ideal zum Einlaufen ist. Nach ca. 300 m gelangen wir an eine Einmündung, an welcher rechterhand der Fahrweg in Richtung Frantschalm/Mauslochalm abzweigen würde. Wir bleiben jedoch unserem Weg in Richtung Naturnser Alm treu. Nach weiteren 200 m stoßen wir an den von rechts einmündenden Pfad Nr. 5A, der zur Zetn-/Altalm führt.

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Dieser wird später unser Abstiegsweg sein. Wir folgen dem Weg Nr. 30 B nun ein längeres Stück bergan. Nach einiger Zeit mündet der Fahrweg zur Zetnalm rechterhand ein, wobei wir dem Fahrweg in Richtung Naturnser Alm weiter folgen.

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Im weiteren Verlauf unseres Weges passieren wir einen Wasserablauf, sowie einen Wildschutzzaun. Direkt hinter dem Wildgatter zweigt rechterhand ein kleiner Felsensteig (Wegmarkierung Nr. 30) ab, welcher uns durch ein kurzes Waldstück führt.

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Im Anschluss gelangen wir auf eine breite unterhalb der Naturnser Alm befindliche Weidefläche. Ab hier ergibt sich hinter uns bereits eine grandiose Sicht auf das Schnalstal im Nordwesten sowie auf die Texelgruppe im Norden u. a. mit Kirchbachspitze, Zielspitze und Tschigat.

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Wir steigen weiter die mit Felsbrocken durchsetzte Wiese bergan, bis wir die Naturnser Alm (1910 m / Öffnungszeiten: Mai bis Oktober, kein Ruhetag) erreichen (reine Gesamtgehzeit 55 Minuten).

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Hinter der Alm geht es für uns weiter (ab hier Wegmarkierung Nr. 9B) in Richtung Hochwart. Zu Beginn gilt es den neu errichteten Wildschutzzaun über einen kleinen Holzsteg zu überwinden.

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Wir wandern weiter bergwärts an ein kleines Waldstück heran, welches wir auf einem Wurzel-/Felssteig durchqueren.

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Hier haben wir die Waldgrenze erreicht. Unmittelbar darauf gelangen wir auf eine weitgefächerte Hochebene mit faszinierender Vegetation.

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Zu unserer Rechten passieren wir eine Art Tümpel, welcher von dem Weidevieh anscheinend als Trinkreservoir genutzt wird.

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Kurze Zeit später stoßen wir an eine Weggabelung (Auf-/Abstieg vom bzw. zum Vigiljoch auf Weg Nr. 9 möglich). Hier folgen wir nun dem Weg Nr. 9 in westliche Richtung weiter den Bergrücken hinauf

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bis zu einer weiteren Wegkreuzung (Auf-/Abstieg von bzw. nach St. Pankraz über Weg Nr. 4 möglich). Bei guter Sicht wäre hier Lana im Etschtal, sowie St. Pankraz im Ultental zu sehen.

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Der Wegweiser zeigt uns den Weg in Richtung Hochwart, vorbei an einer allerletzten Weggabelung (Abstieg zur Staffler Alm -1886 m- auf Weg Nr. 1 möglich).

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Nach dem etwas entspannenden zurückliegenden Teilstück, wird es jetzt wieder etwas schweißtreibender, da wir uns über einen steil in Serpentinen verlaufenden Felssteig in die Höhe schrauben.

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Nach einiger Zeit gelangen wir an einen Sattel, an welchem besondere Vorsicht geboten ist, damit man hier nicht den falschen Weg einschlägt. Eine Wegmarkierung oder einen Wegweiser sucht man hier vergebens. Der nach rechts unterhalb der Bergflanke verlaufende Weg, darf hierbei nicht gewählt werden. Wir halten uns links und wandern über die Wiese weiter.

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Im Anschluss verläuft der Weg für ein kurzes Stück relativ eben. Einige Meter links unter uns, passieren wir eine nicht bewirtschaftete Alm, welche auf knapp 2240 m liegt.

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Unmittelbar darauf beginnt der Steig wieder an Höhenmetern zu gewinnen

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und wir haben nach einiger Zeit das Naturnser Hochjoch (2443 m) fast komplett umrundet. Hier würde sich der Naturnser Hochwart bei guten Bedingungen das erste Mal in seiner vollen Pracht zeigen.

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Das nun folgende Geröllfeld durchschreiten wir unter anderem über größere Felsplatten/-brocken. Rechts von uns wurde für den Fall eines plötzlichen Wetterumschwunges eine Notunterkunft aus Felsplatten errichtet.

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Nun geht es erneut durch ein Felskar weiter bergauf bis wir auf dem Bergsattel stehen, welchen wir weiter in Richtung des nun deutlich sichtbaren Gipfelkreuzes der Naturnser Hochwart folgen.

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Der Weg führt uns bis an die Nörderscharte (2372 m), welche sich am Nordostrücken des Hochwart befindet. Hier ergibt sich erstmals ein toller Ausblick in den Vinschgau (reine Gesamtgehzeit 2 Stunden 15 Minuten).

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Wir folgen nun dem Grat mit Trittsicherheit weiter über Stufen und ein paar Bändern im Schrofengelände in Richtung Naturnser Hochwart Gipfel (2608 m),

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welchen wir nach einer reinen Gesamtgehzeit von knapp 3 Stunden und 1030 Höhenmetern im Anstieg erreichen.

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Leider war es am Tag unserer Begehung sehr bewölkt, so dass die Fernsicht alles andere als optimal war, und wir das weitläufige Panorama bei Idealbedingungen nur erahnen konnten. Im Norden soll man weit in das Schnalstal, sowie auf Berge der Ötztaler Alpen, sowie im Südosten die Spitzen der Dolomiten blicken können.

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Vom Gipfelkreuz  aus führt südlich der Gipfelkette ein markierter Pfad in Richtung Westen, auf dem man den Abstieg in Richtung der Tablander Alm durchführen kann. Die Begehung dieses an einigen Stellen sehr ausgesetzten und ungesicherten Pfades erfordert nach Einschätzung eines guten Bekannten gutes Wetter, sehr hohe Trittsicherheit und hohe Bergerfahrung. Zudem ist für diese Variante deutlich mehr Gesamtgehzeit  zum Parkplatz Kreuzbrünnl einzuplanen. Nach dem obligatorischen Eintrag in das Gipfelbuch erfolgt unser Abstieg witterungsbedingt zunächst analog unserer Aufstiegsroute

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bis wir wieder die Nörderscharte erreichen (2372 m / reine Gesamtgehzeit 3 Stunden 30 Minuten). Dort halten wir uns linkerhand dem Weg Nr. 5, 5A folgend.

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An der kurz darauffolgenden Weggabelung (Abstieg über Weg Nr. 5 zur Frantsch-/Mauslochalm auf 1835 m möglich) halten wir uns weiter gemütlich geradeaus auf dem Weg Nr. 5 in Richtung Zetn-/Altalm.

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Nun schlengelt sich unser Weg teils sehr steil bergab mit teilweise unangenehm hohen Trittstufen über ein Felsenkar.

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Im Anschluss führt uns der Steig in Serpentinen weiter durch eine Freifläche, teils über mehrere Felsstufen, bis wir in ein kleines Waldstück eintauchen.

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Als wir wieder aus dem Wald heraustreten, liegt die idyllische Zetn-/Altalm (1747 m, Öffnungszeiten: Mai bis Oktober, kein Ruhetag) direkt zu unseren Füßen (reine Gesamtgehzeit 4 Stunden 45 Minuten). Die Alm selbst liegt in einem kleinen Einschnitt des Berges in geschützter Lage, wodurch das Sitzen auf der großen Sonnenterrasse mehr als angenehm ist.

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Nach einer kurzen Pause geht es gestärkt weiter auf dem Weg Nr. 5 A in Richtung Parkplatz Kreuzbrünnl, welcher uns über einen Fels-/Wurzelsteig bergab leitet.

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Nach kurzer Zeit stoßen wir wieder auf unseren Aufstiegsweg (Forststraße Weg Nr. 30 B).

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An dieser Weggabelung halten wir uns links und folgen dem Forstweg weiter abwärts bis zum Parkplatz Kreuzbrünnl, welchen wir nach einer reinen Gesamtgehzeit von 5 Stunden erreichen.


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FAZIT: Eine sehr schöne Bergtour für trittsichere Wanderer, die im Anstieg neben recht steilen Passagen auch von der Wegstrecke her zeitlich nicht unterschätzt werden sollte. Am Gipfel wird man bei gutem Bergwetter jedoch mit einem grandiosen Panorama belohnt. Für Bergwander mit sehr guter Kondition ist der Aufstieg über die von uns gewählte Abstiegsroute eine echte Alternative, da sie wohl die kürzeste Möglichkeit zum Gipfelglück darstellt. Der von der Frantsch-/Mauslochalm zur Hochwart führende Steig dürfte von der Weglänge und –steilheit nach Auskunft eines Bergkameraden die ausgeglichenste Variante sein.

Weitere Informationen

  • Route Aufstieg: Parkplatz Kreuzbrünnl - Wegmarkierung Nr. 30 B - Wegmarkierung Nr. 30 - Naturnser Alm - Wegmarkierung Nr. 9B - Wegmarkierung Nr. 9 - Nörderscharte Naturnser Hochwart
  • Route Abstieg: Naturnser Hochwarte - Nörderscharte - Wegmarkierung Nr. 5 - Zetn-/Altalm - Wegmarkierung Nr. 5 A - Wegmarkierung Nr. 30 B - Parkplatz Kreuzbrünnl
  • Dauer für Aufstieg: 3 Stunden
  • Dauer für Abstieg: 2 Stunden
  • Ziel Höhe / Gipfel: 2608 m
  • Höhenmeter: 1030 m
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Empfohlende Wandermonate: Mai - Oktober
  • Klettersteig: nein
  • Sehenswürdigkeiten: Panorama, Vegetation, Naturnser sowie Zetn- bzw. Altalm
  • Einkehrmöglichkeit: Naturnser Alm, Zetn- bzw. Altalm
  • Schuhwerk: knöchelhohe Bergschuhe mit guter Profilsohle
  • Trittsicherheit: erforderlich
  • Schwindelfrei: erforderlich
  • Wanderkarte: Tappeiner Wanderkarte Lana und Umgebung
  • Weiterempfehlen: ja - ich würde die Tour wieder machen
  • Hinweis:

    Die Benutzung des Tourenberichtes erfolgt auf eigenes Risiko. Es wird keine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden jeder Art übernommen.

Sebastian

Was zunächst mit einer gewissen Skepsis begann, da es immer hieß Wandern ist etwas für ältere Leute, schlug ganz schnell in eine große Leidenschaft um und gipfelte letztendlich in einer Sucht. Mit meinen Berichten möchte ich euch helfen diese lebenslängliche Krankheit so gut wie möglich zu überstehen und die Symptome etwas zu lindern.

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