Bayern - Fränkische Alb - Muggendorfer Höhlenweg

Allgemeine Informationen

Muggendorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Wiesenttal und liegt im Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst im Landkreis Forchheim. Charakteristisch für die Fränkische Schweiz ist die Berg- u. Hügellandschaft mit markanten Felsformationen ein wahres Klettereldorado (Klettergebiet nördlicher Frankenjura) und zahlreichen Höhlen sowie einer Vielzahl von Burgen und Ruinen. Die Region ist ein typisches Karstgebiet mit säurelöslichen Gesteinen wie Kalkstein und Dolomit. Durch das Eindringen von Kohlensäure bildeten sich unzählige Höhlen, viele davon sind mit reichlich Tropfsteinen versehen.

Tour bereitgestellt durch www.komoot.de

Tourenbeschreibung

Das Motto dieser Höhlentour lautet „Über und unter der Erde“ und startet am Wanderparkplatz oberhalb von Muggendorf (Anhalt für das Navigationssystem: 91346 Muggendorf, Dooser Berg). Da der Parkplatz im Bereich der Haarnadelkurve sehr wenig Stellplätze bietet, entschieden wir uns unser Auto auf dem kostenfreien Schotterparkplatz (Verbindungsstraße zwischen Muggendorf u. Engelhardsberg) abzustellen.

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Von hier aus folgen wir dem dort aufgestellten Wegweiser in Richtung „Frankenweg“ (roter Pfeil) / „Oswaldhöhle (roter Senkrechtstrich). Der Weg, ein schöner breiterer Waldweg, führt uns zu Beginn leicht bergan. Nach etwa 300m (Gesamtgehzeit 3 Minuten) erreichen wir eine Abzweigung, an welcher man rechts nach Muggendorf absteigen könnte.

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Wir bleiben unserem Weg in Richtung Oswaldhöhle weiter treu. Nun wandelt sich der Weg in einen Wurzelsteig.

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Hält man sich hier etwas weiter rechts gelangt man an eine wunderschöne Aussichtsplattform mit Blick in das Wiesenttal.

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Wir halten uns jedoch wieder weiter links und haben nach ca. 10 Minuten Gesamtgehzeit den Eingang der Oswaldhöhle erreicht, welche sich am Hohlen Berg befindet.

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Über dem Eingangsportal im Norden (ca. 12m breit u. 6m hoch) ist eine Gedenktafel angebracht, welche an die ersten Höhlenforscher Esper, Goldfuß und Rosenmüller erinnert. Rechterhand vom Eingang erkennt man noch Fundamentreste einer ehemaligen Mauer, welche aus der Zeit des 30-jährigen Krieges stammt, als die Bewohner Muggendorfs in die Höhle flüchteten um dort Unterschlupf zu finden. Unsere Wanderung führt uns in die etwa 110m lange Höhle hinein. Die große Haupthalle selbst ist ca. 40m lang und wird durch zwei Felspfeiler gegliedert.

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Kurz nach dem Eingang befindet sich an der östlichen Höhlenwand ein meist trocken liegendes Felsbecken, der sog. Weihkessel, welcher der Sage nach den Priestern welche in der nahegelegenen Witzenhöhle ihre kultischen Feste feierten, als Wasserbecken diente. Insgesamt befinden sich in der Oswaldhöhle fünf Querklüfte mit zum Teil imposanten Raumerweiterungen. Von den ehemals reichhaltigen Tropfsteinschmuck ist heute leider nichts mehr vorhanden. Hinter einer leichten Rechtsbiegung befindet sich noch ein stattlicher Deckenkolk. Am Ende der großen Halle führt uns ein schmaler und leicht ansteigender Gang zum südlichen Höhleneingang. Dieser Gang weist an seiner niedrigsten Stelle eine Deckenhöhe von gerade mal 1,5m auf, weshalb es heißt, Kopf einziehen. Wir verlassen den ca. 5m breiten und 2m hohen Südeingang, gelangen auf einen weiteren kurzen Felssteig, welchen wir für ca. 30m bergan folgen.

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Hier stoßen wir linkerhand auf eine Felsnische, welche den Eingang in die Wundershöhle (Gesamtlänge ca. 70 m) darstellt.

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Der Muggendorfer Höhleninspektor Johann Georg Wunder entdeckte den Eingang als er 1772 unter dem Felsüberhang vor einem Gewitter Schutz suchte. In der kleinen Vorhalle findet man links einen engen Eingangsschluf, der nur kriechend passiert werden kann. Er mündet in einen 3 m tiefer liegenden rechteckigen Raum, welcher nur über eine beängstigende ca. 2m hohe Steilstufe erreicht werden kann.

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Vereinzelt sind Tropfsteinbildungen, die meist zerstört wurden, vorhanden. Über einen Dolomitverbruch und einem Felsriegel gelangt man in einen weiteren langgezogenen Höhlenraum, dessen Wände zahlreiche Kolke und Spalten aufweisen.

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Hinter Verbruchblöcken schließt sich ein weiterer Raum an. Eine Engstelle am Ende dieses Raumes führt in den noch am besten erhaltenen Teil der Höhle. Am Ende dieses Raumes befindet sich auch ein Übergang (absolut schwer passierbarer Schluf, nur für Höhlenprofis!!!) zur Witzenhöhle. Wir gehen nach unserer "Höhlenerforschung" jedoch den selben Weg wieder zurück zum Eingang der Wundershöhle.

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Rechts vom Eingang der Wundershöhle führen Steinstufen nach oben, welchen wir folgen. Am Ende der Treppen erreichen wir einen Trampelpfad.

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Der markierte Wanderweg führt nach links weiter; wir machen jedoch einen Abstecher nach rechts, steil über einen Wurzelsteig nach unten

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und kommen zum Eingang der Witzenhöhle.

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Die ca. 3m hohe und etwa 9m breite nach Süden ausgerichtete Eingangshalle ist mit großen Versturzblöcken bedeckt. Hinter dem Eingang befindet sich eine etwa 35 m lange, 16 m breite und 5 m hohe Halle. Das Begehen der ca. 100m langen Höhle ist etwas beschwerlich, da die Halle teilweise mit mächtigen Versturzblöcken bedeckt sind, welche feucht und glatt sind.

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Links führen Spalten, die schwierig zu begehen sind, schräg nach unten. Folgt man den Spuren vieler Höhlenbesucher, kommt man zu einer Engstelle, die in eine flache Halle führt. Ein schmaler Pfad windet sich links über den Verbruch zum Ende der Halle.

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Die Stufen hinauf, liegt links zwischen den Blöcken ein enger Zugang zu einer tiefer-liegenden Höhlenetage. Der Weg senkt sich und man kommt in eine weitere Halle mit Sinter und Tropfsteinen.

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Inmitten dieser Halle liegt ein riesiger rechteckiger Verbruchstein, der sogenannte Altar. Auf diesem Altar soll einst der steinerne wendische Rachegott "Witt" gestanden haben.

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Der Name Witzenhöhle ist von diesem legendären Götzenbild abgeleitet. Hier befindet sich auch der schwer begehbare Schluf zur Wundershöhle. Wir wandern jedoch zum Eingang zurück, folgen hier dem Wurzelsteig bergan, und erreichen wieder den markierten Wanderweg. Wir steigen nun nicht links über die Treppen ab sondern wandern weiter geradeaus über einen Fels-/Wurzelsteig und erreichen wieder den uns bekannten Wanderweg (Markierung Roter Senkrechtstrich), welcher uns zu Beginn unserer Tour zur Oswaldhöhle führte.

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Dem Weg folgen wir wieder weiter abwärts zum Parkplatz. Wir überqueren die Straße und folgen der Markierung „Frankenweg“ / Roter Senkrechtstrich in Richtung Pavillon, Koppenburg bergwärts durch den Wald

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und gelangen nach insgesamt 2,5 Stunden an ein Holzpavillon mit traumhaftem Blick in das Wiesenttal. Das Aussichtspavillon war zum Zeitpunkt unserer Begehung jedoch gesperrt, da dieses anscheinend erst generalsaniert werden muss.

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Vom Pavillon aus besteht die Möglichkeit auf besagten Weg weiter zur Koppenburg und zur Rosenmüllershöhle (Die Höhle wurde 1790 entdeckt. Rosenmüller, Professor der Anatomie aus Leipzig, untersuchte diese Höhle als erster Fremder und dadurch erhielt sie seinen Namen. Durch den 1830 erschaffenen nach Südosten gerichteten Eingangsschluf gelangt man in eine 20m lange, 6-12m breite und 4-14m hohe Halle. Durch ein Loch in der Decke fällt etwas Tageslicht in die Höhle. 1830 erschloss man die Höhle durch das Anlegen von Steinstufen und einem Geländer (Vorsicht aufgrund des Alters jedoch nicht mehr viel Schutzfunktion vorhanden) für weitere Besucher, so dass diese problemlos begangen werden kann. Am Geländer sind Kerzenhalter angebracht und mit Kerzen bestückt ergibt dies eine bezaubernde Atmosphäre. Hier gilt es jedoch anzumerken, dass Kerzen oder offenes Feuer sonst in keiner Höhle etwas zu suchen haben, da Rauch und Ruß die Höhle schädigen und sie dadurch für Tier und Mensch entwertet wird. Die Rosenmüllerhöhle ist hier eine absolute Ausnahme) zu wandern. Wir entschieden uns jedoch am Pavillon linkerhand auf einen schmalen Waldpfad in Richtung Muggendorf abzusteigen

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und gelangen ein kurzes Stück auf die Straße „Dooser Berg“. Von hier wieder das kurze Teilstück Teerstraße steil bergauf

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bis wir nach insgesamt 2,45 Std. (inkl. Höhlenerkundungen) und ca. 5km und 256 Höhenmetern wieder den Parkplatz erreichen.

FAZIT: Eine wunderschöne Höhlenwanderung, welche auch für Familien gut geeignet ist. Alle oben genannten Höhlen sind zwar ganzjährig frei zugänglich, jedoch sind Höhlen ein äußerst empfindlicher Lebensraum, welcher einer Vielzahl von Tieren Unterschlupf bietet. Ein Betreten sollte aus diesem Grund nicht im Zeitraum von Oktober bis April erfolgen, da die meisten Tierarten die Höhlen als Winterquartier nutzen und sie in dieser Zeit nicht gestört werden wollen. Anstatt Lärm zu machen sollte man auch lieber die Stille genießen. Bei einer Begehung ist jedoch unbedingt festes knöchelhohes Schuhwerk, Kleidung die Feuchtigkeit und Schmutz verträgt sowie eine Taschen- bzw. Stirnlampe pro Person zwingend erforderlich.

Weitere Informationen

  • Route Aufstieg: Wanderparkplatz Muggendorf - Wegmarkierung Roter Senkrechtstrich - Oswaldhöhle - Wundershöhle - Witzenhöhle - Wegmarkierung Roter Senkrechtsrich - Ausssichtspavillon
  • Route Abstieg: Aussichtspavillon - Muggendorf - Wanderparkplatz
  • Dauer für Aufstieg: 1,5 Stunden
  • Dauer für Abstieg: 1 Stunde
  • Ziel Höhe / Gipfel: 560 m
  • Höhenmeter: 256 m
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Empfohlende Wandermonate: Mai - September
  • Klettersteig: nein
  • Sehenswürdigkeiten: Aussicht in das Wiesenttal, Oswaldhöhle, Wundershöhle, Witzenhöhle, Aussichtspavillon, Rosenmüllershöhle
  • Einkehrmöglichkeit: auf der Strecke keine vorhanden
  • Schuhwerk: knöchelhohe Bergschuhe mit guter Profilsohle
  • Trittsicherheit: erforderlich
  • Schwindelfrei: nicht erforderlich
  • Wanderkarte: Kompass Nr. 165
  • Weiterempfehlen: ja - ich würde die Tour wieder machen
  • Hinweis:

    Die Benutzung des Tourenberichtes erfolgt auf eigenes Risiko. Es wird keine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden jeder Art übernommen.

Sebastian

Was zunächst mit einer gewissen Skepsis begann, da es immer hieß Wandern ist etwas für ältere Leute, schlug ganz schnell in eine große Leidenschaft um und gipfelte letztendlich in einer Sucht. Mit meinen Berichten möchte ich euch helfen diese lebenslängliche Krankheit so gut wie möglich zu überstehen und die Symptome etwas zu lindern.

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