Bayern - Fränkische Alb - Wengleinpark

Allgemeine Informationen

Die Hersbrucker Alb, die auch als Hersbrucker Schweiz oder Pegnitz-Alb bezeichnet wird, ist der nordöstlichste Teil der Fränkischen Alb rund um Hersbruck, die von der Pegnitz und ihren Nebenflüssen durchzogen wird. Die Hersbrucker Schweiz liegt größtenteils in den Regierungsbezirken Mittelfranken, Oberpfalz und zu einem geringen Teil im Regierungsbezirk Oberfranken. Das Gebiet verfügt über zahlreiche Höhlen und eine markante Felsenlandschaft, die ihm auch den Namen Hersbrucker Schweiz einbrachte. Die Hersbrucker Schweiz ist Teil des Klettergebietes Nördlicher Frankenjura. Der Ossinger (651,1 m) bildet den höchsten Punkt der Hersbrucker Alb.

 

Tourenbeschreibung

Wir fahren mit dem Auto am Gasthaus Goldener Engel (früher Gasthaus Lehr, Öffnungszeiten: Montag Ruhetag, sonst täglich durchgehend geöffnet, Mittagstisch 11.30-14.00 Uhr am Sa. Und So. durchgehend warmes Essen / Adresse für das Navigationssystem: 91224 Eschenbach, Eschenbach 15) vorbei, an der darauffolgenden Einmündung rechts und am alten Gerätehaus der Feuerwehr Eschenbach wieder links bergan, wo wir nach kurzer Zeit den Eingang zum Wengleinpark erreichen. Hier parken wir unseren Pkw wobei es hier jedoch nur eine beschränkte Anzahl an Parkplätzen gibt (ca. 3 Stück). Dies ist auch der Startpunkt unserer Tour. Eine hier aufgestellte Infotafel über den „Wengleinpark“, welche sich direkt unterhalb des romantisch wirkenden Herold Turm (385 m / nicht zugänglich) befindet, stellt zugleich den Eingang zum Wengleinpark dar.

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Der Herold Turm ist eine faszinierende scheinbar mittelalterliche Turmruine. Diese hat jedoch Carl Wenglein, ein Schwabacher Nadelfabrikant, erst im Jahre 1926 erbauen lassen, der eine Leidenschaft für das alte Rittertum hatte. Von oben herab pflegte er heimlich seine Besucher zu beobachten. Hier befindet sich auch das Fußende des alten Eschenbacher Kühanger. Der Wengleinpark selbst ist ein Naturschutzgelände, in dem nicht nur Landschaft, Bodenverhältnisse, Baum- und Strauchwuchs und Pflanzenleben der Hersbrucker Alb gezeigt werden, sondern in dem die Besucher auch die verschiedensten Lebewesen, die Kleinst –und Kleintierwelt in der natürlichen Lebensweise beobachten können. Durch den ca. 12 ha großen Wengleinpark selbst, führen drei verschiedene Lehrpfade: 1. Wengleinweg 2 km Länge, ca. 100 Höhenmeter / 2. Hutangerweg ca. 1km lang / 3. Salamanderweg 1km Länge), auf welchen der interessierte Wanderer anhand von Schautafeln über alles Wissenswertes unterrichtet wird. Der Wengleinpark ist im Sommerhalbjahr durchgehend geöffnet. Am Tag unserer Begehung entschieden wir uns den Wengleinpark näher zu erkunden und wählten hierfür den Wengleinweg aus, welcher an der östlichen Flanke gleich über einen Schottersteig ansteigt.

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Nach kurzer Zeit gelangen wir auch schon an den Gänsweiher. An dieser Stelle, kurz vor dem alten Weiher (wird von einer wenig Meter darüber eingefassten Hangquelle gespeist), zweigt unser Weg nun nach links ab.

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Wir stehen nun auf der flachen Schichtstufe der Ornatenton (415 m). Hier klärt uns die erste Schautafel über die vor 200 Millionen Jahren beginnende Entstehung des Frankenjura mit seinen charakteristischen Schichtstufen auf.

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Kurz darauf erreichen wir den alten Eingang am Eichenanger (430 m).

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Der Eichenanger gehört zum ehemaligen Eschenbacher Kühanger. Das alte Tor ist der Eingang des ursprünglichen Wengleinschen Parks. Nach beiden Seiten stehen noch die Pfosten des damaligen Begrenzungszauns. Unser Weg führt uns zu Beginn zuerst an einer Gedenkeiche für den Forstdirektor Gotthold Mergner vorbei und im Anschluss den schattigen Buchenwald hinauf,

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wo wir die Hartmannshofer Hütte (435 m) passieren. Diese Hütte benannte Wenglein nach dem Herkunftsort seiner Frau. Sie wurde überwiegend als Unterstand für die Geräte der Parkpfleger genutzt.

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Nun steigen wir auf einem schmalen Waldpfad weiter bergan bis wir an einen kleinen hölzernen Steg gelangen. Hier befinden wir uns in der sog. Ritterschlucht (455 m).

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Hier wurden angeblich Rüstungen und Schwerter gefunden. Diese soll Carl Wenglein aber in einer schrulligen Anwandlung zuvor selbst versteckt haben, um Gerüchte über eine verborgene Ritterburg in die Welt zu setzen. Nach dem Steg klettern wir auf felsigen Steigen durch die farn- und moosbewachsenen Dolomitformationen des „Weißen Jura“.

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Kaum zu glauben, dass wir uns hier durch Jahrmillionen alte fossile Schwammriffe und Muschelbänke des einstigen Jurameers bewegen. Nach einem unmittelbar darauffolgenden kurzen Anstieg gelangen wir an das Infohaus (455 m).

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Ihm wollte Wenglein ursprünglich ein Dach im Berchtesgadener Stil aufsetzen, was jedoch nicht genehmigt wurde. Heute wird das Haus für Ausstellungen genutzt und dem Besucher an bestimmten Tagen die Geschichte des Wenglein-Parks bzw. dessen unterschiedlichsten pflanzlichen Fassetten näher gebracht. In der Nähe gedeihen noch viele Überbleibsel des von Wenglein angelegten Alpinums. Etwas oberhalb des Infohauses gelangen wir an den Malerwinkel (460 m), welcher seinen Namen einem malenden Onkel Wengleins verdankt.

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Nach unserem Aufstieg werden wir hier mit einem prächtigen Südblick in das Pegnitztal belohnt. Eine dort befindliche Bank lädt zu einer kurzen Rast ein. Das nebenan befindliche Mäuerchen am Wegrand dient der Demonstration einer genial einfachen Vogelschutzmaßnahme (Leichtbeton-Fornsteine zum Einmauern in Wände als künstliche Nisthöhlen).

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Die darauffolgende Befreiungshalle (465 m), der Name für das ehemalige Plumpsklo zeigt sich der Schalk, der Wenglein stets im Nacken saß.

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Dieser Teil des „Schloßangers“, wie das gesamte Hanggebiet ehemals genannt wurde, wird seit Jahrzehnten jährlich gemäht, um Verbuschung zu verhindern. Es hat sich eine artenreiche Kräuterwiese mit seltenen Orchideen angesiedelt.

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Ein kurzer Abstecher von kaum 100m bringt uns zu einem weiteren Aussichtspunkt (490 m) – diesmal mit Blick Richtung Osten in das Hirschbachtal „Schwarzer-Brand-Blick“. Die Felsen wurden kürzlich freigestellt, d. h. vom beschattenden Überwuchs der Bäume befreit.

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Im Anschluss stoßen wir auf die Luisenhütte (485 m). Sie hieß zu Wengleins Zeiten Schwabacher Hütte und wurde vom Bund Naturschutz zu Ehren einer Spenderin umbenannt. Seit jeher dient die Hütte als Rastplatz und Unterstand.

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Nebenan ist eine ausgeklügelte Vogelfütterungsapparatur aus Wengleins Werkstatt zu bestaunen: Das innen geschützt gelagerte Futter rieselt von selbst in die überdachte Rinne nach, aus der die Vögel es herauspicken können. Im Anschluss gelangen wir an ein Wegkreuz (485 m), welches jedoch nicht mehr als Kreuz erkennbar ist. Dieser Punkt stellt auch zugleich den höchsten Punkt unserer Tour dar.

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Hier finden ab und zu Gottesdienste statt. Bis auf 550 m erheben sich dahinter die mit Kiefern bestandenen Dolomitkuppen, ein landschaftliches Charakteristikum der Hochflächen der Hersbrucker Alb. Die letzte Sehenswürdigkeit ist das sog. Mausoleum (465 m), zu welchem wir wieder etwas absteigen.

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Wengleins Verbundenheit zu Eschenbach und zu seinem Naturschutzgelände ging sogar so weit, dass er sich hier begraben lassen wollte. Auch hierfür bekam er jedoch keine Erlaubnis vom Landratsamt. Die Aushubsenke ist heute der möglichen Entwicklung in ein kleines Feuchtbiotop überlassen. Wir wandern noch ein kurzes Stück weiter und verlassen den Wengleinpark auf der Ostseite über den teils noch vorhandenen Begrenzungszaun.

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Nun gelangen wir auf einen breiten Schotterweg, welchen wir weiter bergwärts wandern. Der Weg führt uns zu Beginn durch eine wunderschöne Blumenwiese

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und später an den sog. Hutanger.

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Hier erfolgt seit 2008 wieder eine natürliche Landschaftspflege durch Schaf- und Rinderbeweidung. Hierüber kann man sich neben der Infotafel an aus Holzstämmen selbst gebauten Sitzgelegenheiten, umrahmt von einigen alten Eichen, ausruhen.

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Dieses Teilstück des Abstieges kennen wir bereits aus einer anderen Wanderung zur Geißkirche/Düsselbacher Wand/Lochfels. Wir steigen noch ein kurzes Stück weiter ab und erreichen eine Rastbank mit traumhaftem Blick in das Pegnitztal.

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Nach kurzem Verweilen wandern wir auf dem Schotterweg noch 50m weiter abwärts und entscheiden uns dann, den nach rechts abzweigenden Waldsteig (Wegmarkierung Rotpunkt/Grünstrich) einzuschlagen.

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Nach einem kurzen Abstieg erreichen wir nach einer reinen Gesamtgehzeit von 1 Stunde und 15 Minuten mit 100 Höhenmetern im Aufstieg den Ausgangspunkt unserer Tour. Eine kleine Anektode zum Schluss. Carl Wenglein starb im Jahr 1935. Seit diesem Zeitpunkt drohte der Wenglein Park zu verfallen und in Vergessenheit zu geraten, bevor sich der Bund Naturschutz im Jahre 1966 seiner annahm.

 

 

FAZIT: Eine kurze aber spannende Rundtour, welche aufgrund ihres Charakters auch für Familien bestens geeignet ist. Zudem ist eine Begehung mit Hund absolut unproblematisch, da es genügend Waser am Weg gibt und die Wege überwiegend im Schatten liegen. Weiter gibt es auch keine Hindernisse wie Leitern oder Engstellen. Dank des mitgeführten Hunderucksackes Approach Pack von Ruffwear hatte unser vierbeiniger Begleiter neben Futter auch ausreichend Spielsachen mit an Bord.

Weitere Informationen

  • Route Aufstieg: Herold Turm - Wengleinweg - Gänsweiher - alter Eingang - Hartmannshofer Hütte - Ritterschlucht - Infohaus - Malerwinkel - Befreiungshalle - Aussichtspunkt
  • Route Abstieg: Aussichtspunkt - Luisenhütte - Wegkreuz - Mausoleum - Hutanger Aussichtspunkt - Herold Turm
  • Dauer für Aufstieg: 1 Stunde
  • Dauer für Abstieg: 1 Stunde
  • Ziel Höhe / Gipfel: 485 m
  • Höhenmeter: 100 m
  • Schwierigkeitsgrad: sehr leicht
  • Empfohlende Wandermonate: März - Oktober
  • Klettersteig: nein
  • Sehenswürdigkeiten: Vegetation, Panorama,
  • Einkehrmöglichkeit: keine direkt am Weg
  • Schuhwerk: knöchelhohe Bergschuhe mit guter Profilsohle
  • Trittsicherheit: nicht erforderlich
  • Schwindelfrei: nicht erforderlich
  • Wanderkarte: Fritsch Wanderkarte Naturpark Fränkische Schweiz Blatt Süd
  • Weiterempfehlen: ja - ich würde die Tour wieder machen
  • Hinweis:

    Die Benutzung des Tourenberichtes erfolgt auf eigenes Risiko. Es wird keine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden jeder Art übernommen.

Sebastian

Was zunächst mit einer gewissen Skepsis begann, da es immer hieß Wandern ist etwas für ältere Leute, schlug ganz schnell in eine große Leidenschaft um und gipfelte letztendlich in einer Sucht. Mit meinen Berichten möchte ich euch helfen diese lebenslängliche Krankheit so gut wie möglich zu überstehen und die Symptome etwas zu lindern.

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