Pfitschertal - Zillertaler Alpen - Hochfeiler

Pfitschertal - Zillertaler Alpen - Hochfeiler by Andi B.

Allgemeine Information

Der Hochfeiler (italienisch: Gran Pilastro) ist mit einer Höhe von 3509 m ü. A. der höchste Berg der Zillertaler Alpen, einer Gebirgsgruppe der Ostalpen. Sein Gipfel liegt genau auf dem Hauptkamm dieser Berggruppe und markiert einen Punkt im Verlauf der Staatsgrenze zwischen dem österreichischen Bundesland Tirol und der italienischen Provinz Südtirol. Nach Osten, Norden und Südwesten sendet er ausgeprägte Grate. Die Nordseite ist im gesamten Bereich vergletschert und bildet eine markante bis 60° geneigte, 300 Meter hohe Eiswand. Durch die Klimaveränderung seit 1850 schmilzt die Eis- und Firnauflage, wie überall in den Alpen, kontinuierlich ab. Die „Hochfeiler-Eiswand“ ist eine der bekanntesten Touren des klassischen Alpinismus. Zuerst bestiegen wurde der Berg am 24. Juli 1865 durch den österreichischen Alpinisten und Mitbegründer des Österreichischen Alpenvereins, Paul Grohmann, und die Bergführer Georg Samer aus Breitlahner und Peter Fuchs aus Sankt Jakob in Pfitsch. (Quelle: wikipedia)

Die Wettervorhersage hat bestes Wanderwetter für die nächsten Tage vorausgesagt, also warum nicht einmal sich an einem höherem Berg versuchen? Es stand relativ schnell fest, dass der Hochfeiler, der höchste Berg der Zillertaler Alpen, prädestiniert dafür ist. Über 3500m Höhe, ein anstrengender aber technisch wenig anspruchsvoller Anstieg und eine Berghütte mit Übernachtungsmöglichkeiten sind einfach eine ideale Basis. Nur die Anreise von Nürnberg ist etwas weiter. Die Tour stand also: Anreise, Wandern bis zur Hütte mit Übernachtung und am nächsten Tag Aufstieg zum Gipfel, Abstieg zum Auto und Heimreise

Tourenbeschreibung

Nach ca. 5 Stunden Fahrt kamen wir am ersten Parkplatz an. Bitte nicht von dem weitergehenden Schotterweg blenden lassen! Wir haben den Fehler gemacht und das Auto hier bereits abgestellt. Stattdessen kann man noch gut 4-5 Kilometer mit dem Auto fahren und den direkten Weg zur Hochfeilerhütte nutzen. Auch die oberen Parkplätze waren bereits gut gefüllt. Kein Wunder bei dieser Wettervorhersage: Wolkenloser Himmel und stabiles Hochdruckgebiet. Wir starteten gegen 12Uhr mittags in Richtung Hochfeilerhütte. Bereits nach wenigen Minuten überquerten wir den Pfitscher Bach über eine Holzbrücke.

Bei einer Einstiegshöhe von ca. 1600m war die Vegetation auch hauptsächlich noch von Bäumen geprägt, was den Aufstieg bei Mittagssonne um einiges angenehmer machte. Nach einer halben Stunde kam die erste Abzweigung. Es gibt zwei Wege zur Hochfeilerhütte zu gelangen. Über das Tal am Bach entlag oder parallel dazu am Hang entlang. Wir entschieden uns für die Möglichkeit zwei, in der Hoffnung ein paar Minuten mehr im Schatten laufen zu können. Wenige Minuten später der erste Blick in das Tal, welches die nächsten drei bis vier Stunden unser Begleiter bleiben wird. Die Aussicht machte auf alle Fälle Lust auf mehr. Eine kurze Trinkpause und Zeit zum Genießen bevor wir langsam aber sicher die Baumgrenze verließen.

Tolle Aussicht beim Aufstieg

Der erste große Anstieg ist dann geschafft. Es geht nun ca. 1 Stunde leicht steigend am Hang entlang. Eine tolle Aussicht, saftig grünes Gras gesäumt von wilden Thymian und anderen Gebirgsblumen säumen den Weg. Ca. eine Stunde vor Ankunft sieht man die Hütte zum ersten Mal auf einem Felsvorsprung.

Links der Gletscher und Mittig die Hütte

 Ein toller Anblick wenn man weiß, dass die nächste Erfrischung nicht mehr weit entfernt ist. Auf dem Weg dahin überqueren wir nochmal einen Gebirgsbach. Das Donnern ist schon mehrere Minuten früher zu hören.

An der Hütte angekommen hat man eine superschöne Aussicht auf die Zillertaler Berge. Die Terrasse ist in Richtung Süd-Westen ausgerichtet und lädt zum Sonnenbaden und Relaxen nach dem Aufstieg ein. Durch das schöne, warme Wetter war es auch problemlos möglich, das Abendessen draußen zu genießen. Sowohl der Kaiserschmarrn als auch die Kaspressknödel waren superlecker!!!

Leckerer Kaiserschmarrn auf der Hütte

Kaspress- und Spinatknödel mit frischem Kraut

Ein Weizen haben wir uns natürlich auch verdient!

Toller Sonnenuntergang!

Wunderschönes Alpenglühen!

 Nach dem Frühstück in der gemütlichen Stube ging es am nächsten Tag zum höchsten Punkt der Zillertaler Alpen.

Gemütliche Wirtstube

Und los gehts zum Gipfel!

 Am Anfang des Weges ist ein kurzes Stück zum Klettern. Dies ist aber wirklich gut zu meistern. Es ist gut gesichert und nach ca. 5-10 Minuten hat man es bereits geschafft.

Kurze Kletterpassage

Der weitere Aufstieg geht entlang des Kamms bis zum Gipfel. Der Schnee hat die Steinplatten zu seltsamen Formationen geschoben. Trotzdem ist der Weg gut machbar. Wichtig ist es vor allen Dingen die Markierungen im Auge zu behalten, da dies der einfachste Aufstieg ist. Nach 1,5Stunden hat man den Gipfel erreicht.

Die Aussicht lässt keine Wünsche übrig. Nebenan sieht man gleich den Schlegeisspeicher und das Schönbichler Horn. Laut Aussage einiger Einheimischer war es an diesem Tag sogar möglich etwas weiter entfernte 4000er zu sehen! Durch die große Fläche am Gipfel ist, trotz einer Vielzahl an Wanderer kein Gedränge zu erwarten. Die Mischung aus technisch einfachem aber konditionell anspruchsvollem Wandern macht diesen Gipfel für viele interessant.


Am liebsten wären wir noch länger am Gipfel verweilt, aber die lange Fahrt vor Augen ging es nach ca. einer Stunde Aufenthalt wieder talwärts.

Insgesamt 2000 Höhenmeter mussten wir bis zu unseren Ausgangspunkt wieder bergab gehen. Die tolle Aussicht ist den kompletten Abstieg geboten. Insgesamt benötigten wir ca. 4 Stunden vom Gipfel bis zum Parkplatz.

Der Gipfel hinter uns

Alles in allem eine wunderschöne 2-Tages Tour mit Übernachtung auf einer gepflegten Berghütte mit einer tollen Familie als Gastgeber. Einzig die etwas lange Anreise ist nicht optimal. Wir empfehlen jedem Bergwanderer diese Tour, der schon immer einmal einen 3000er besteigen wollte jedoch mit Klettern wenig am Hut hat. Einzige Voraussetzung dazu ist genügend Ausdauer und Trittsicherheit.

Weitere Informationen

  • Route Aufstieg: Parkplatz Hochfeiler - Übernachtung Hochfeiler Hütte - Aufstieg Hochfeiler und direkter Abstieg bis zum Parkplatz
  • Route Abstieg: Hochfeiler und direkter Abstieg zum Parkplatz
  • Dauer für Aufstieg: 5 Stunden
  • Dauer für Abstieg: 4 Stunden
  • Ziel Höhe / Gipfel: 3510
  • Höhenmeter: 1800
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Empfohlende Wandermonate: Juni-September
  • Klettersteig: nein
  • Sehenswürdigkeiten: Hochfeilerhütte
  • Einkehrmöglichkeit: Hochfeilerhütte
  • Schuhwerk: knöchelhohe Bergschuhe mit guter Profilsohle
  • Trittsicherheit: erforderlich
  • Schwindelfrei: erforderlich
  • Wanderkarte: nein
  • Weiterempfehlen: ja - ich würde die Tour wieder machen
  • Hinweis:

    Die Benutzung des Tourenberichtes erfolgt auf eigenes Risiko. Es wird keine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden jeder Art übernommen.

Andi B.

Sportler, der insbesondere die Sommermonate zum Bergwandern nutzt und Lust am Reisen hat. Zur Abwechslung darf auch mal ein Hindernislauf absolviert werden.