Reisebericht - Wandern in den Pentland Hill – Edinburgh

Reisebericht - Wandern in den Pentland Hill – Edinburgh by Andi Beyer

Allgemeine Information

Mit Ryanair gibt es immer wieder die Möglichkeit günstig von Deutschland aus nach Schottland zu fliegen. Schottland hat wahnsinnig viel zu bieten, etliche Nationalparks, alte Burgen und wunderschöne Städte laden zum bummeln, wandern und relaxen ein. Wir entschieden uns für eine mehrtätige Caping-Tour durch die Plentland Hills direkt neben Edinburgh. Die Möglichkeit günstig und schnell dort anzukommen und dadurch noch einen halben Tag in Edinburgh zu verbringen sprachen letztendlich dafür. Die Kosten für einen Leihwagen wurden dafür am letzten Tag in viele kühle Biere investiert. Eine genaue Wanderroute bestand nicht, da wir einfach die Natur genießen wollten und Pause nach Lust und Laune gemacht haben.

Anreise

Unser Abflughafen war Frankfurt-Hahn. Die Strecke wird oft unterschätzt, es sind nochmal ca. eine Stunde Fahrzeit von Frankfurt. Zum Frühstück gab es dann einen Cappucino und zwei Oatsnacks. Die Oatsnacks sind ein super leckerer Haferriegel der wirklich sehr lange satt macht. Nach dem Frühstück wurden die Rucksäcke gepackt. Da wir auch in der Natur nicht auf warme Mahlzeiten verzichten wollten, enthielt unser Gepäck unter anderem einen Spiritus-Kocher. Schottland hat ein super ausgebautes Netz mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Zum einen gibt es sehr viele Buslinien und zum anderen die Tram. Ein großer Vorteil der Busse ist das kostenfreie WLAN. Die wlanfähigen Busse sind an einem großem WIFI-Logo erkennbar. Mit der Tram ging es ins Stadtzentrum. Am Busbahnhof gibt es die Möglichkeit Gepäck abzusperren. Im Vergleich zum Flughafen ist diesum über 50% günstiger. Nach Abgabe unserer leeren Koffer ging es dann mit dem Bus weiter nach Balermo, einem kleinen Vorort von Edinburgh.

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Kaffee und Oatsnack

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Anbei eine Übersichtskarte zu den Plentland Hills (Quelle: http://www.pentlandhills.org)

Pentland Hills – Tag 1

Für unsere warmen Mahlzeiten benötigten wir noch Spiritus. In Balermo war es problemlos möglich entsprechenden zu beschaffen. Nebenbei gab uns der Verkäufer noch wertvolle Tipps wie wir am schönsten in die Pentland Hills kommen. Da wir keine genaue Route geplant hatten, nutzten wir kleine Wege fernab von den Hauptstraßen. Das erste Ziel war das künstlich angelegte Threipmuir Reservoir. Die Seen dienen zur Wasserversorgung von Edinburgh. Der komplette Nationalpark ist somit Wasserschutzgebiet! Das Wetter war für Ende September sehr gut. Die Temperatur lag zwischen 10 und 15°C. Das einzige Problem war der ständig kräftige Wind. Wir verbrachten viel Zeit an dem Threipmuir Reservoir. Es war einfach herrlich die Ruhe und Sonne zu genießen. Wir konnten uns gar nicht vorstellen, dass diese wunderschöne Gegend gerade einmal 30 Busminuten von Edinburgh entfernt war und trotzdem fast niemand anzutreffen war. Wie oben schon erwähnt hatten wir keine Tagesrouten geplant sondern entschieden spontan welche Strecken wir zurücklegten.

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 Balermo - Vorort von Edinburgh und Threipmuir Reservoir

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Threipmuir Reservoir

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Typische Wege und Mauern im NP

Nach unserer langen Pause am Threipmuir Reservoir überquerten wir den Black Hill. Insgesamt waren es ca. 300 Höhenmeter die wir hierbei überwinden mussten. Die Aussicht war dafür grandios. Auf dem Kamm war es unmöglich zu übernachten. Zum einen durch den sumpfigen Untergrund (Pentland Hills haben eine Vielzahl an Hochmooren) und zum anderen aufgrund des starken Windes.

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Aussicht von Black Hill und deutlich erkennbar die Torfschichten

Somit hatten wir für unseren Wandertag trotzdem noch ein kleines Ziel: Einen windgeschützten, trockenen Schlafplatz, am besten mit frischen Wasser zum kochen. Am Loganlea Reservoir wurden wir schließlich fündig.Geschützt durch eine kleine Mauer und trotz des Sees ein trockener Untergrund. Das Zelt aufbauen funktionierte zu dritt hervorragend.

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Aufbau Zelt

Pentland Hills – Tag 2

In der Früh wurden wir von einer Gruppe Soldaten überrascht, die in der Nähe des Nationalparks einen Truppenübungsplatz haben. Das Wetter hatte sich im Vergleich zum Vortag etwas verschlechtert. Es war noch windiger und die Sonne war kaum mehr zu sehen. Zum Glück regnete es jedoch nicht. Nach einem Kaffee und einer Kleinigkeit zu essen ging der nächste Tag in den Pentland Hills weiter. Es war wirklich amüsant die Soldaten vorbeijoggen zu sehen. Das erste Ziel des Tages war der Carnethy Hill, der höchste „Berg“ in den Peentland Hills. Wie bereits den ganzen Vormittag, kamen uns immer wieder kleine Trupps Soldaten entgegen. Die Strapazen waren dem ein oder anderen auch anzusehen. Aufgrund des starken Windes überquerten wir den Carnethy und Turnhouse Hill sehr zügig und entschieden uns für eine erste Rast in der Nähe des Glencorse Reservoir.

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Soldaten bei der Übung

Nachdem sich die Sonne ein wenig zeigte, konnten wir auch unsere Klamotten ein wenig trocknen. Auf dem ganzen Trip hat sich durch den starken Wind eine Hardshelljacke in Kombination mit 1-2 Unterhemden bewährt.

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Klamotten beim Trocknen

Für die letzte Übernachtung im Zelt suchten wir nochmal einen geeigneten, windgeschützten Schlafplatz. Wie bisher bot sich dazu ein künstlich angelegter Weiher an, welcher von dichtem Wald umgeben war.

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Schlafplatz

Der große Vorteil war, dass genügend Brennholz und durch den Wald Schutz vor dem Wind gegeben war. So konnten wir entspannt ein Feuer machen und gleichzeitig noch die letzten Nudel kochen. Man glaubt gar nicht wie lecker solche Gerichte, nach einem kompletten Tag an der frischen Luft schmecken können. Das Feuer war an diesem Abend super. Durch leichten Nieselregen wäre es sonst sehr unangehm vor dem Zelt gewesen.

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Lecker Nudeleintopf und Feuer

Auf den Weg nach Edinburgh

Am nächsten morgen war von dem schlechten Wetter nichts mehr zu sehen. Stattdessen hatten wir bereits beim Aufstehen strahlenden Sonnenschein.

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Guten Morgen

Wie die Tage zuvor ging es nach einer Tasse Kaffe los und wir machten uns auf den Weg nach Edinburgh. An diesem Tag hatten wir wieder ein Ziel: Haggis und Fish and Chips essen, sowie das ein oder andere Bier trinken.

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Schattenspiele

Da die Innenstadt trotz alledem 15-20km entfernt war und wir noch die Innenstadt anschauen wollten, entschieden wir uns wieder den Bus zu nehmen. Wichtig ist dabei nur zu wissen, dass es kein Wechselgeld beim Kauf eines Tickets im Bus gibt. In Edingburgh angekommen suchten wir gleich nach einem geeigneten Pub und wurden auch relativ schnell fündig.

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Nationalgericht Haggis und Nationalgericht Fish and Chips

Nach dieser Stärkung nutzten wir die öffentlichen Duschen um uns nochmal frisch zu machen. Es war ein wundervolles Gefühl nach drei Tagen wieder warmes Wasser zum waschen zu haben. Natürlich war es nicht möglich innerhalb eines halben Tages Edinburgh anzuschauen. Es waren mehr Eindrücke von einer wunderschönen, freundlich und sehr kompakten Stadt. Die wichtigsten Punkte waren super zu Fuß zu erreichen und etliche Pubs luden zum verweilen ein. Eigentlich ist es nicht fair gewesen nur einen halben Tag in Edinburgh zu verbringen, aber dieser halbe Tag hat soviel Lust auf mehr gemacht, dass dies mit Sicherheit nicht der letzte Besuch in Edinburgh war.

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Edinburgh Innenstadt

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Blick auf die Altstadt

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Chips and Haggis

Weitere Informationen

  • Route Aufstieg: siehe Tourenbeschreibung
  • Route Abstieg: siehe Tourenbeschreibung
  • Dauer für Aufstieg: 6,5 Stunden
  • Dauer für Abstieg: 6,5 Stunden
  • Ziel Höhe / Gipfel: k.A.
  • Höhenmeter: k.A.
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Empfohlende Wandermonate: ganzjährig
  • Klettersteig: nein
  • Sehenswürdigkeiten: Landschaft, Mensch und Natur,
  • Einkehrmöglichkeit: diverse auf der Strecke
  • Schuhwerk: knöchelhohe Bergschuhe mit guter Profilsohle
  • Trittsicherheit: nicht erforderlich
  • Schwindelfrei: nicht erforderlich
  • Wanderkarte: k.A.
  • Weiterempfehlen: ja - ich würde die Tour wieder machen
  • Hinweis:

    Die Benutzung des Tourenberichtes erfolgt auf eigenes Risiko. Es wird keine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden jeder Art übernommen.

Andi B.

Sportler, der insbesondere die Sommermonate zum Bergwandern nutzt und Lust am Reisen hat. Zur Abwechslung darf auch mal ein Hindernislauf absolviert werden.