Reisebericht - USA - Colorado - Denver / Rocky Mountains National Park

Reisebericht - USA - Colorado - Denver / Rocky Mountains National Park by Bastian D.

Allgemeine Informationen

Seit einem siebenmonatigen Work and Travel Aufenthalt im Yosemite Nationalpark in Kalifornien 2007 bin ich ein großer Fan der extrem abwechslungsreichen amerikanischen Landschaften. Nach einer Tour durch den Nordosten der USA 2010 lag mein Fokus für den nächsten Trip dann eher im Nordwesten. Alleine die Begriffe Rocky Mountains und Yellowstone sorgten dabei schon für große Vorfreude, was sich bei der groben Routenplanung angesichts weiterer, mir bis dato unbekannter traumhaften Gegenden noch steigerte. Dieses Jahr war es dann endlich so weit, drei Freunde wollten die angedachte Tour mit Start in Denver, Colorado bis Portland, Oregon mit mir in Angriff nehmen. Da sich die Jungs allerdings noch im Einstiegsstadium der Wandersucht befinden vereinbarten wir, es bei kleineren Tagestouren in den Nationalparks zu belassen. Zwar sieht man auf Wandertouren mehr Details, vor allem im Backcountry der Parks, aber angesichts der relativ kurzen Zeit von drei Wochen verschafft einem der Mietwagen auf den Straßen der Parks doch einen besseren Gesamtüberblick.

Zeitlich hatten wir unsere Tour so geplant, dass wir die Feiertage in Mai und Juni mitnehmen können und somit Urlaubstage sparen. Sollte ich diese Gegend der Staaten nochmals besuchen, werde ich aber definitiv nicht vor Mitte Juni dorthin fliegen, denn aufgrund zahlreicher gesperrter Passstraßen mussten wir kurzfristig doch einige Änderungen an der geplanten Route vornehmen

Großraum Denver

Nachdem wir wegen eines Unwetters über Denver mit drei Stunden Verspätung gegen Mitternacht landeten, war der erste Abend in der „Mile High City“ buchstäblich ins Wasser gefallen.Am Morgen machten wir uns dann noch einigermaßen verschlafen auf zur Stadterkundung, bei der uns nun keine großen Argumente geboten wurden, um unseren Denver-Aufenthalt wegen der späten Ankunft eventuell zu verlängern.Und somit machten wir uns am späten Nachmittag auf zu REI, einem riesigen Outdoorladen in unmittelbarer Nähe des South Platte River und in Gehweite von der Endstation der kostenlosen 16th Street Mall Shuttle Busse am Commons Park.

Ziel unseres Abstechers zu REI: der Annual Pass zur freien Einfahrt in alle amerikanischen Nationalparks und viele andere Einrichtungen, der lediglich 80$ kostet.Und angesichts unserer Reisepläne auch eine Dose „Bearspray“, bei dem es sich um eine große Dosen Pfefferspray handelt, die bis zu 15 Meter Reichweite hat.Am nächsten Morgen verließen wir Denver dann auch schon, mussten allerdings von unserem ursprünglichen Plan abweichen, nach Norden zu fahren und von Estes Park aus den Rocky Mountains Nationalpark von Ost nach West zu durchqueren.Der einfache Grund: die Straße war noch nicht freigegeben.Nun lautete unser Ziel Granby, gelegen an der Westseite des Parks.Nach einem kurzen Stop an der Colorado Mills Outlet Mall in Golden sollte die Fahrt nun richtig losgehen, doch bereits nach kurzer Fahrtzeit kamen Hinweisschilder auf den Lookout Mountain sowie das Buffalo Bill Museum und wir entschieden uns für einen spontanen Besuch.Auf dem Lookout Mountain, der tatsächlich tolle Aussichten über den Großraum Denver bietet, fuhren wir zunächst zum Nature Center & Preserve, wo wir uns anhand der Ausstellung ein erstes Bild von der Tier- und Pflanzenwelt machen konnten, die uns in den Rockies erwartete.Das alles machte Lust auf eine kleine Wanderung, aber ein Gewitter war im Anmarsch und so entschieden wir uns für den kurzen, direkt am Center startenden Meadows Loop Trail, dessen Länge mit 0,8 Meilen angegeben wurde und der Großteils über den 0,6 Meilen langen Forest Loop Trail verläuft.Die kurzen Rundwege verlaufen zwar ohne nennenswerte Steigungen, wenn es aber doch mal kurzzeitig bergauf ging merkte man doch deutlich, dass man sich auf knapp 2300 Metern Höhe befand und musste in der vergleichsweise dünnen Luft ziemlich schnaufen.Die Belohnung dafür waren allerdings tolle Aussichten auf den Großraum Denver.


Nach der kleinen Runde zum Auflockern machten wir auch noch den kurzen Abstecher zur Grabstätte von William Frederick Cody, dem bekannten Buffalo Bill, der 1917 in Denver starb und auf dem Lookout Mountain bestattet wurde. Das Grab teilt er sich mit seiner vier Jahre später verstorbenen Frau Luisa Maud. Zu seinen Ehren wurde hier außerdem ein Westernmuseum errichtet.

Da wir allerdings noch ein paar Meilen vor uns hatten, verzichteten wir auf einen Besuch und machten uns auf den Weg nach Granby. Hierbei hatten wir auf dem Highway 40 den knapp 3500 Meter hohen Berthoud Pass zu überqueren, auf dem das uns umgebende Unwetter in einen Schneesturm umgeschlagen war, was jedoch weder uns noch den auf der Passhöhe zu Schneeschuhtouren startenden Wanderern die Laune verderben konnte.

Bald war nun auch Granby erreicht, wo wir uns im Trail Riders Motel einmieteten, den Abend gemütlich ausklingen ließen und am nächsten Morgen gut erholt entlang des hier wie ein etwas größerer Bach daherkommenden Colorado Rivers in den Rocky Mountains Nationalpark aufbrachen. Der Plan war, zunächst bis zur Sperrung auf der Trail Ridge Road zu fahren, um sich den Park von der Straße aus anzusehen, um dann vom Green Mountain Trailhead aus den kurzen Big Meadow Trail zu wandern. Die Straßensperre kam jedoch bereits nach kurzer Fahrt, so dass wir nur wenige Eindrücke vom Nationalpark sammeln konnten, aber das hier vor uns liegende Tal mit dem Onahu Creek, umgeben von schneebedeckten Gipfeln, hinterließ doch einen bleibenden Eindruck. Gleiches galt für die erste größere Herde von Wapitihirschen, die wir hier erblickten und die sich nicht im Geringsten an uns störte. Nur der Fuchs versuchte, sich vor uns zu verstecken.


Dann ging es aber wirklich auf den Big Meadow Trail, bzw. auf dem Green Mountain Trail zum Big Meadow und der hatte es in sich. Nicht etwa, weil der Weg besonders anspruchsvoll wäre, es geht zwar durchgehend bergauf, aber die Steigung ist eher moderat. Nein, der Trail war teilweise nur anhand der Fußspuren im Schnee zu erkennen und wenn man den Fuß auch nur wenige Zentimeter abseits vom Trampelpfad aufsetzte, steckte man schon mal bis zum Knie im Schnee. Da sich mittlerweile auch die Sonne durch die Wolken gekämpft hatte, stiegen die Temperaturen nun doch deutlich über den Gefrierpunkt und Stellen, an denen die Bäume entlang des Trails nicht zu dicht standen, war der Schnee teilweise schon komplett verschwunden. Und auch bei uns wichen hier die warmen Bekleidungsstücke wie zum Beispiel der superwarme Ananta Hoody von Sherpa der nächsten Bekleidungsschicht.

Begleitet wurde unser Aufstieg von einem kleinen Schmelzwasserbach und immer wieder kleineren, vom Schmelzwasser überschwemmten Lichtungen.

Nach ca. 1,7 Meilen treten einige Abzweigungen auf, einige führen zu ausgewiesenen Zeltplätzen, andere führen auf andere Trails. Wir bleiben aber auf dem Green Mountain Trail und erreichen nach einem kurzen Abstieg das Big Meadow, wo sich uns eine tolle Aussicht über die teils noch schneebedeckte Auenlandschaft und die umliegenden Berge bietet.

Nach einer kurzen Verschnaufpause, immerhin sind wir trotz des leichten Anstiegs von ca. 220 Metern nun auf über 2900 Metern Höhe angelangt, geht es nun auf dem gleichen Weg zurück zum Trailhead, wo die Wapitihirsche noch immer in der Sonne liegen.

Für uns beginnt nach einem kurzen Abstecher zum Aussichtspunkt an der Grand Lake Lodge, von dem man einen tollen Überblick über den Grand Lake und den größeren Shadow Mountain Lake hat, dann die weite Fahrt in Richtung Jackson Hole und Grand Teton Nationalpark.

Weitere Informationen

  • Route Aufstieg: k.A.
  • Route Abstieg: k.A.
  • Dauer für Aufstieg: 1 Stunde
  • Dauer für Abstieg: 1 Stunde
  • Ziel Höhe / Gipfel: 2900 m
  • Höhenmeter: 220 m
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Empfohlende Wandermonate: ganzjährig geeignet
  • Klettersteig: nein
  • Schuhwerk: knöchelhohe Bergschuhe mit guter Profilsohle
  • Trittsicherheit: nicht erforderlich
  • Schwindelfrei: nicht erforderlich
  • Wanderkarte: KEINE
  • Weiterempfehlen: ja - ich würde die Tour wieder machen
  • Hinweis:

    Die Benutzung des Tourenberichtes erfolgt auf eigenes Risiko. Es wird keine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden jeder Art übernommen.

Bastian D.

Ich komme aus dem schönen Hunsrück und bin hauptsächlich auf den hier nur so aus dem Boden schießenden Wanderwegen unterwegs. Immer mit dabei ist mein Hund Kenny, der mich ohne Rücksicht auf das Wetter oder meine Tagesform nach draußen treibt.Außerdem bin ich zertifizierter Wanderführer und biete (nicht nur) für Gäste unserer Ferienwohnung Dickbaums geführte Wanderungen an. Ich hoffe meine Touren- und Testberichte sind hilfreich und würde mich freuen, Leser von wandersuechtig.de als unsere Gäste begrüßen zu dürfen.