So bereiten Neulinge ihren ersten Wanderurlaub vor

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Blick zum Heimgarten Blick zum Heimgarten

So bereiten Neulinge ihren ersten Wanderurlaub vor

Wandern ist für viele Menschen eine der liebsten Freizeitbeschäftigungen und gerade im Urlaub wird eine Wanderung häufig genutzt, um dem Stress des Alltags zu entfliehen und in aller Ruhe eine Destination zu erkunden. Zwar gibt es viele beliebte Wanderwege. Besonders schön wird es aber immer erst dann, wenn eine Strecke abseits der bekannten Wanderwege erkundet wird. So gibt es allein in Nordrhein-Westfalen über 50.000 Kilometer Wanderwege, auf denen Touristen und Einheimische das Bundesland erkunden können. In den anderen Bundesländern und in Europa sieht es ähnlich aus. Fast überall gibt es mal mehr, mal weniger gut ausgebaute Wanderwege. Für Wanderer ist das ideal, denn sie haben eine riesige Auswahl an möglichen Reisezielen. Trotzdem bedarf es natürlich einiger Vorbereitung, damit der Wanderurlaub tatsächlich zu einem echten Erfolg wird. In diesem Ratgeber möchten wir allen Wanderbegeisterten zeigen, worauf sie bei der Planung und Vorbereitung ihres Urlaubs achten müssen.

So finden wanderlustige Urlauber das richtige Reiseziel
Bei der Planung eines Wanderurlaubs spielt insbesondere das richtige Reiseziel eine enorm wichtige Rolle. Schöne Wanderrouten gibt es an zahlreichen beliebten Destinationen. Doch auch abseits der Wanderrouten sollte es idealerweise einige spannende Sehenswürdigkeiten und Attraktionen geben. Denn gerade Anfänger in der Welt des Wanderns, werden nicht jeden Tag ihres Urlaubs für eine Tour nutzen. Deshalb ist es ratsam das Reiseziel so auszuwählen, dass für die Ruhetage spannende Museen, Parks oder andere Attraktionen in der Nähe sind. Auch eine gute Gastronomie darf natürlich nicht fehlen. Am Ende eines anstrengenden Tages fehlt oft die Zeit, um noch für das Abendbrot einzukaufen und zu kochen. Deshalb entscheiden sich viele Urlauber oft auch dann für den Gang ins Restaurant, wenn in ihrem Apartment oder ihrer Pension eigentlich eine Küchenzeile vorhanden ist. Vor allem für einen längeren Urlaub ist es sehr schön, wenn es nicht nur ein oder zwei Restaurants am Reiseziel gibt, sondern ein wenig Auswahl vorhanden ist. Bei einer Plattform wie TripAdvisor können sich Urlaub schon bei der Planung über die am Reiseziel vorhandene Gastronomie informieren und sich ein Bild von der Lage vor Ort machen. Insbesondere die Fans der gehobenen Gastronomie, sollten sich hier umfangreich informieren, damit der Urlaub auch in diesem Aspekt ein voller Erfolg wird. Aus diesem Grund wird häufig das Zwiebelprinzip empfohlen. Beim Zwiebelprinzip werden mehrere verhältnismäßig dünne Kleidungsschichten übereinander angezogen. So kann sehr leicht auf eine Änderung der Temperatur oder auf plötzlichen Niederschlag reagiert werden.
Denn jede einzelne Bekleidungsschicht kann einzeln an- und ausgezogen werden. Wer sich früh morgens in der Kälte auf den Weg macht, der wird vermutlich nicht nur lange Unterwäsche und eine warme Jacke, sondern auch noch einen Pullover und ein T-Shirt anziehen.

Die richtige Vorbereitung auf die erste Wanderung spielt eine große Rolle
Wer seine erste große Wanderung für seinen Urlaub plant, der sollte sich dafür entsprechend vorbereiten, damit sie nicht zu einem Flop wird. Eine Wanderung anzufangen mag sehr leicht erscheinen, dann mit einer grob geplanten Route kann es eigentlich schon losgehen. So oder so ähnlich mag man es sich vorstellen, wenn man sich noch nicht allzu intensiv mit dem Thema Wandern auseinandergesetzt hat. Es gilt allerdings eine ganze Menge darüber hinausgehende Dinge zu beachten, um die Wanderung tatsächlich zu einem Erfolg zu machen. So sollten insbesondere Neulinge sich eine konkrete Strecke aussuchen, anstatt sich nur ein Gebiet auszugucken. Denn dies führt häufig zu einer zu langen oder zu kurzen Route, weil die Distanzen falsch eingeschätzt werden oder die Strecke wird zu langweilig, weil durch die fehlende Planung eine sehr eintönige Runde gewählt wird. Doch auch über die Ausrüstung und den Inhalt des Rucksacks sollten Wanderer sich rechtzeitig Gedanken machen, um für Ihre Wanderung gerüstet zu sein.

Professionelle Ausrüstung darf nicht fehlen
Wer sich auf eine Wanderung begibt, sollte dafür unbedingt die passende Ausrüstung dabei haben. Denn nur mit der richtigen Ausstattung und den passenden Klamotten wird die Wanderung gelingen. Zwar kann der Wetterbericht vor Beginn der Wanderung angeschaut werden. Doch nicht immer ist dieser zutreffend und die Kleidung muss so gewählt werden, dass die Wanderer auch auf einen eher unwahrscheinlichen Wetterumschwung vorbereitet sind. Auch an einem warmen Sommertag kann plötzlich ein Schauer oder ein Gewitter aufziehen. Wer das nicht bedacht hat, wird nach kurzer Zeit durchnässt sein und die Wanderung in seinen nassen Klamotten beenden müssen. Dies kann einer Erkältung oder zu ernsthafteren Erkrankungen führen, da der Körper in diesem Szenario auskühlt. Mit dem Zwiebelprinzip kann aber sehr flexibel auf solche Situationen reagiert werden. Denn nur eine Schicht muss wasserabweisend sein, damit diese im Fall von Regen angezogen werden kann. Falls es während des Regens weiterhin warm bleibt, kann einfach eine Schicht unterhalb der Regenjacke ausgezogen werden. Der Vorteil ist enorm, denn es muss keine überflüssige Kleidung getragen werden.
Ein weiterer wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste, Punkt sind die Schuhe. Beim Wandern lastet die größte Belastung auf den Füßen. Die Schuhe sollten also sehr sorgfältig ausgesucht werden, um diese bestmöglich zu unterstützen.
Beim Kauf von Wanderschuhen müssen verschiedene Aspekte beachtet werden. So müssen die Schuhe erst einmal passend für den Einsatzzweck ausgesucht werden. Leichte Wanderschuhe mit wenig Dämpfung eignen sich vor allem für weiche Untergründe wie Wälder und Wiesen. Gerade im Sommer sind sie der ideale Begleiter für Wanderungen. Klassische Wanderstiefel sollten vor allem dann genutzt werden, wenn der Untergrund uneben ist. Wer über Stock und Stein wandert und sich vor allem abseits von befestigten Strecken bewegt, ist mit festen und vor allem hohen Stiefeln richtig bedient. Denn diese sorgen für einen sicheren Gang und verhindern Zerrungen und Verstauchungen bestmöglich. Für Strecken im Gebirge gibt es speziell entwickelte Bergstiefel. Diese sind extrem robust und sorgen auch auf steilen Strecken für einen festen Gang. Anfänger sind aber mit leichten Wanderschuhen oder Wanderstiefeln von einem Anbieter wie Keller Sports in der Regel gut für ihre ersten Wanderungen gerüstet.

Sorgfältige Planung der Strecke ist unabdingbar
Neben der Planung in anderen Bereichen, ist auch die Planung der richtigen Strecke von enormer Bedeutung. Unsere Tourenberichte über Wanderungen aus Deutschland können für Einsteiger eine hervorragende Inspiration sein, um eigene Routen zu entwickeln. Gerade zu Beginn mag es ratsam sein, wenn etablierte Strecken genutzt werden. Hier finden Wanderer in der Regel Gleichgesinnte und sind nicht alleine in der Natur unterwegs.
Trotzdem ist es nicht jedermanns Sache, auf den beliebtesten Strecken zu wandern, da auch die Ruhe durchaus ihre Reize hat. Wer abseits von den vorgegebenen Strecken auf Tour sein möchte, der sollte sich diese Route vorher genau raussuchen und auf Nummer sicher gehen, dass diese Route tatsächlich gewandert werden kann. Bei der Länge der Strecke sollte realistisch geplant werden, Selbstüberschätzung ist unbedingt zu vermeiden. Für Einsteiger sind Streckenlängen von etwa 10 bis 15 Kilometern ratsam. Wer durch eine andere Sportart schon eine gute Kondition hat, der kann durchaus mit Strecken von 20 Kilometern anfangen. Größere Distanzen sind für den ersten Tag eines Urlaubs eher nicht ratsam und sollten nur in Ausnahmefällen gewählt werden.

Auch für Notsituationen sollten Wanderer sich vorbereiten
Immer wieder kann es vorkommen, dass Wanderer in gefährliche Situationen geraten, weil sie sich mit der Strecke verschätzt haben oder ein medizinischer Notfall auftritt. In solchen Fällen ist es enorm wichtig, dass alle notwendigen Hilfsmittel dabei sind, damit die Situation so gut wie möglich überstanden wird. Checkliste für Notsituationen:

-Müsliriegel
-Isotonische Getränke
-Pflaster oder ein kleiner Verbandskasten
-Blasenpflaster
-Handy oder Smartphone
-GPS-Gerät zur Positionsbestimmung
-Powerbank zum Aufladen des Handys

Müsliriegel und isotonische Getränke sind eigentlich selbsterklärend, denn bei einer längeren Wanderung darf die Verpflegung nicht zu kurz kommen. Falls es trotz sorgfältiger Planung nicht bis zur nächsten Berghütte, zum nächsten Cafe oder zum nächsten Supermarkt reicht, kann ein Müsliriegel oder ein isotonisches Getränk ein echter Retter in der Not sein, um dem Körper wieder mehr Energie zu verschaffen. Gerade bei anspruchsvollen und in der Folge anstrengenden Strecken ist solch ein Notfallset unabdingbar.  Pflaster und ein kleiner Verbandskasten dürfen im Gepäck nicht fehlen, da sie die Verarztung kleiner Wunden ermöglichen. Mit dem Verbandsmaterial können Wanderer eine kleine Blutung stillen oder eine Schramme abdecken. Auch Desinfektionsmittel sollte vorhanden sein, um die Wunddesinfektion an Ort und Stelle vornehmen zu können.

Ein Smartphone gehört mittlerweile eigentlich zur Grundausrüstung, immerhin 75% der Deutschen besitzen eines. Trotzdem wird es im Urlaub häufig im Zimmer oder im Appartement gelassen, um die Ruhe während der Wanderung ohne Ablenkung genießen zu können. Das mag zwar ein sinnvoller Gedanke sein, trotzdem sollte zumindest ein altes Handy ausgeschaltet im Rucksack mitgeführt werden. Es wiegt nicht viel und kann im Notfall ein echter Lebensretter sein. Denn wer sich verläuft und es im Dunkeln noch nicht wieder nach Hause geschafft hat, kann in gefährliche Situationen kommen. Mit einem GPS-Tracker kann die aktuelle Position herausgefunden und mit dem Handy Hilfe gerufen werden. Wer sich auf sein Smartphone verlässt, der braucht natürlich keinen GPS-Tracker. Es sollte aber beachtet werden, dass Smartphones nicht überall Empfang haben und ein GPS-Gerät auch zur Orientierung durchaus sinnvoll sein kann.

Das darf im Rucksack nicht fehlen
Wer sich auf eine Wanderung begibt, wird zumindest einen Wanderrucksack oder eine vergleichbare Tasche dabei haben. Unnötiges Gewicht sollte nach Möglichkeit gespart werden, damit das Tragen nicht anstrengender wird als notwendig. Der richtige Wanderrucksack ist eine enorme Hilfe. Er verteilt das Gewicht gleichmäßig auf dem Rücken und verhindert eine einseitige Belastung, die in den kommenden Tagen für Schmerzen sorgt.

Wer sich morgens auf den Weg macht und am selben Tag wieder zurückkommt, der kann natürlich auf ein Zelt, einen Schlafsack und ähnliche Utensilien verzichten. Wichtig sind also nur die Dinge, die an dem Tag benötigt werden. Dazu gehört selbstverständlich ausreichend Flüssigkeit, wenn keine entsprechenden Stationen auf dem Weg liegen. Wenn es unterwegs einen Brunnen oder eine andere Stelle gibt, an der die Flasche aufgefüllt werden kann, werden selbstverständlich nur eine ausreichend große Trinkflasche und die erste Füllung benötigt. Dies kann das Gewicht des Rucksacks erheblich reduzieren. Ein Lunchpaket darf natürlich auch nicht fehlen. Oft wird dies vom Hotel oder von der Pension aus angeboten. Wer darauf nicht zurückgreifen kann, der kann sich sein Lunchpaket auch ganz leicht selber zusammenstellen. Neben einem oder mehreren Broten, dürfen ein wenig Obst und etwas Süßes nicht fehlen. Wenn es auf dem Weg keine Restaurants gibt, sollte natürlich für mehr als eine Mahlzeit geplant werden.

Zusätzlich sollten frische Socken und ein Regenponcho eingepackt werden. Diese sind relativ leicht und nehmen nicht viel Platz weg. Trotzdem sind sie enorm hilfreich, wenn ein überraschender Schauer aufzieht oder die Füße beim Gang durch eine Pfütze oder ein flaches Gewässer nass geworden sind. Sehr wichtig ist auch der Sonnenschutz. Im Sommer wird dieser wie selbstverständlich eingepackt. Aber auch in Schneelandschaften ist die UV-Belastung sehr hoch, weshalb das Auftragen von Sonnenschutz am Morgen nicht ausreicht. Damit es nicht zu schwer wird, sollte als Faustregel beachtet werden, dass der Rucksack höchstens 25-30% des eigenen Körpergewichts wiegen sollte. Besonders schwere Sachen sollten sie tief wie möglich und nah am Rücken platziert werden. So ist die Belastung für den Rücken geringer. Wichtige leichte Sachen sollten in einem separaten Fach gelagert werden, damit sie leicht erreichbar sind und keine lange Suche notwendig ist. Checkliste für den Rucksack:

-Socken
-Regenponcho
-Sonnenbrille
-Sonnenschutz
-Hut oder Mütze
-Trinkflasche
-Umgebungskarte
-Taschenlampe

Nirgends strapaziert sich der Mensch so sehr,
wie bei der Jagd nach Erholung.

-Laurence Sterne

Darauf kommt es beim Wanderurlaub an
Schon der englische Schriftsteller Laurence Sterne hat vor rund 300 Jahren gesagt, dass der Mensch sich nirgendwo so sehr strapaziert, wie bei der Jahr nach Erholung. Der Urlaub wird also bis ins kleinste Detail vorbereitet, damit es bloß nicht zu Problemen kommt. Deshalb sagen wir an dieser Stelle noch einmal in aller Deutlichkeit, dass unser Ratgeber natürlich nicht sklavisch befolgt werden muss. Er dient Anfängern viel mehr als eine erste Orientierung und soll alle wichtigen Aspekte abdecken. Trotzdem kann es natürlich sinnvoll sein, einige Sachen einfach auf sich zukommen zu lassen und zu schauen, was sich vor Ort ergibt. Es sollte aber wenigstens ein gewisses Grundgerüst geplant werden, wenn noch keine Erfahrungen im Bereich des Wanderns gemacht wurden. Touren ohne festes Ziel und mit spontan zu suchenden Unterkünften sollten erst dann gemacht werden, wenn bereits ein wenig Erfahrung gesammelt wurde. Denn wenn erst einmal eine Unterkunft gesucht wird oder spontan gezeltet werden muss, kann das schon innerhalb weniger Tage enorm anstrengend werden, da weitere Strecken und kurze Nächte häufig die Folge sind.

Reiner

Ich bin seit meiner Kindheit viel in den Bergen unterwegs. Mit meinem Bergfreund Sebastian habe ich deshalb das Projekt wandersüchtig.de gestartet. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und würde mich freuen, wenn Ihr öfters bei uns vorbeischaut.