Die sächsische Schweiz – Entstehungsgeschichte des Nationalparks

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Die sächsische Schweiz – Entstehungsgeschichte des Nationalparks by Patrick Schneider

Das sächsische Elbsandsteingebirge, auch besser bekannt als die Sächsische Schweiz, ist eine unverwechselbare Landschaft im Osten der Bundesrepublik direkt an der Grenze zu Tschechien. Das Gebiet ist ein Nationalpark und damit der einzige seiner Art im Bundesland Sachsen sowie der einzige Felsennationalpark in ganz Deutschland. Das in drei Schutzzonen und eine Kernzone unterteilte Gebiet zieht jedes Jahr unzählige Besucher an, die auf den Wanderwegen, zwischen den imposanten Felsformationen und in der Ruhe der Natur eine Auszeit suchen. Dabei sind vor allem die Bastei, sowie die Wanderung entlang der Schwedenlöcher sowie der Malerweg auch überregional bekannte Ausflugsorte. Wir haben die Entstehungsgeschichte dieser einzigartigen Landschaft zusammengefasst.

Eine uralte Landschaft, bis heute in der Veränderung

Die Entstehungsgeschichte der Sächsischen Schweiz reicht bis in die Kreidezeit zurück. Damals begann an der Stelle der heutigen Sandsteinlandschaft der langsame Vorstoß des Kreidemeeres. In diesem Zusammenhang wurden die ersten tiefliegenden Sedimentschichten von fließenden Gewässern angebracht und lagerten sich ab. Über diesen Sedimenten lagerten sich gewaltige Mengen mariner Rückstände ab, die eine Mächtigkeit von 600 bis 1000 Metern erreichten. Diese Gesteinsschichten sind auch als die Niederschönaer Schichten bekannt. Etwa 7 Millionen Jahre später kam es zum Rückzug des Meeres, doch bis dahin hatten sich in diesem Bereich bereits mächtige Sedimentschichten am Meeresboden abgelagert, die aufgrund der enormen Druckverhältnisse zu Gesteinsplatten gepresst wurden. Als das Wasser des Meeres dann verschwunden war, wurden diese Gesteinsplatten aufgrund starker tektonischer Aktivität verändert, verformt und beansprucht. An der Stelle der sogenannten Lausitzer Überschiebung schob sich das Lausitzer Granodioritmassiv auf die Gesteinsschichten aus der Kreidezeit auf und bildet bis heute eine geologische Grenze. Im Tertiär hob sich im Rahmen weiterer tektonischer Aktivität die sogenannte Erzgebirgsscholle und die Sandsteinschichten wurden geneigt, sodass sie nun leicht in nordöstliche Richtung abfallen. Im Südwesten kamen durch auch ältere Sichten der Gesteinsplatte wieder zum Vorschein. Bis heute sind diese Hebungsvorgänge prägend für die Landschaft des Elbstandsteingebirges.

Ebenso prägend für die Beschaffenheit war die Elstereiszeit. Während ihr drang das Inlandeis bis zur heutigen Stadt Bad Schandau vor. Die Bewegungen und Ablagerungen des Eises definierten die bis dahin stark zerklüftete Landschaft neu und sind für die typischen Ebenheiten – flache Plateaus auf den Gipfel der Sandsteinberge, verantwortlich. Heute ist der Lilienstein als eine dieser Ebenheiten ein berühmtes Ausfugziel mit atemberaubendem Blick über die umliegende Gebirgslandschaft. Bis heute unterliegt die Landschaft des Elbsandsteingebirges einer stetigen Veränderung. Diese wird vor allem durch Wind und Wasser vorangetrieben. Die Elbe bildet durch ihren Flussverlauf mitten durch das Elbsandsteingebirge einen natürlichen Tiefpunkt und regelmäßige Gesteinsabbrüche sowie Verwitterungsprozesse ändern das Gesicht der Landschaft regelmäßig.

Das einzigartige Elbsandsteingebirge selbst entdecken

Der Nationalpark Sächsische Schweiz ist nicht umsonst das Ziel zahlreicher Ausflügler aus der Region, Deutschland und der ganzen Welt. Zahlreiche Kurorte im Nationalparkgebiet versprechen Erholung und die verfügbaren Wanderrouten halten von leichten Wegen für Beginner bis hin zu anspruchsvollen Touren für Fortgeschrittene alles bereit. Die richtige Ausrüstung, gefütterte Wanderschuhe und eine gehörige Portion Abenteuerlust machen einen Wanderurlaub im Elbsandsteingebirge zu einem unvergesslichen Erlebnis. Insbesondere das Verwachsen von naturbelassenem Nationalpark und den darin liegenden Ortschaften sorgen für eine unverwechselbare Mischung, die es möglich macht, Natur und regionale Kultur auf engstem Raum kennenzulernen.

Reiner

Ich bin seit meiner Kindheit viel in den Bergen unterwegs. Mit meinem Bergfreund Sebastian habe ich deshalb das Projekt wandersüchtig.de gestartet. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und würde mich freuen, wenn Ihr öfters bei uns vorbeischaut.