Bayern - Bayerische Voralpen - Wirtsalm

Bayern - Bayerische Voralpen - Wirtsalm by wandersuechtig.de

Allgemeine Informationen

Die Gemeinde Bad Feilnbach liegt im oberbayerischen Landkreis Rosenheim am Fuße des 1838m hohen Wendelsteins. Markant für diese Region sind die hohen Berge im Süden (Mangfallgebirge) und die flache Weite im Norden. Somit kann jeder selbst für sich entscheiden ob er lieber in die Berge oder in die Ebene geht.  Bekannt wurde Bad Feilnbach durch seine heilsamen Moorbäder. Die Moorgebiete stehen unter Naturschutz und ein Moorlehrpfad „Moorerlebnis Sterntaler Filze“ gibt Einblick in diese mystische Landschaft. Aufgrund seiner waldreichen Umgebung und des milden Klimas wird Bad Feilnbach auch als das „Bayerische Meran“ bezeichnet.

Tourenbeschreibung

Ausgangspunkt unserer Familienwanderung ist der untere Wanderparkplatz im Jenbachtal (521 m) am Ortsausgang von Bad Feilnbach. Untergebracht waren wir im Landgasthöf Höß, welche tolle Unterkünfte mit guten Ausgangsmöglichkeiten für Wandertouren bereithält. Als Anhaltspunkt für das Navigationssystem eignet sich für den Wanderstart die Adresse des Gasthauses Millau (Wendelsteinstraße 56, 83085 Bad Feilnbach / Öffnungszeiten: Montag Ruhetag, 11-22 Uhr), welches sich direkt gegenüber des Parkplatzes befindet. Der Parkplatz bietet ausreichend Abstellmöglichkeiten für Pkw. Die Nutzung ist kostenpflichtig und ein Tagesticket kostet 2,- €. Gäste welche für ihren Aufenthalt eine Kur- & Gästekarte erhalten haben, können dank dem auf der Karte aufgedruckten Parkausweis die Wanderparkplätze im Jenbachtal kostenlos nutzen. Direkt am Parkplatz informiert uns ein unter einem Holzpavillon eingerichteter Infostand über die neue Geschiebetorsperre am Jenbach, welche im September 2009 bis Juli 2010 errichtet wurde.

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Ziel der Geschiebetorsperre ist es, die Menschen und den Wirtschaftsraum in diesem hochwasser- und murengefährdeten Gebiet insbesondere vor dem  stoßweisen Eintrag von Geschiebe aus den Seitenbächen zu schützen. Im Bereich der Brücke über den Jenbach direkt gegenüber dieser Infotafel steigen wir in unsere Wanderung ein. Hier angebrachte Wegweiser lotsen uns bereits den Weg taleinwärts in Richtung Geschiebesperre sowie Jenbachsteig.

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Wir wandern zu Beginn auf einem breiten Schotterweg auf der rechten Bachseite parallel zum Flussverlauf. Nach nur wenigen Metern erreichen wir die erste Bachstufe und kurz dahinter treffen wir auf ein weiteres Informationshäuschen, welches uns Aufschluss über den Jenbach gibt (reine Gesamtgehzeit 5 Minuten).

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Am Flussbett befindet sich in diesem Bereich direkt an der Bachstufe ein kleiner Holzsteg, welcher sich bestens für ein tolles Fotomotiv mit dem smaragdgrünen Jenbach im Hintergrund eignet.

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Wir wandern wenige Schritte weiter und gelangen an eine weitere markante Stelle, an eine Art Wassertreppe, über welche der Jenbach hinunterstürzt.

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Wir steigen weiter leicht aufwärts vorbei an einem Bewässerungskanal ähnlich einem Waal in Südtirol.

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Nur einen Steinwurf entfernt treffen wir dann auch auf die Bachschleuse, über welche der Zufluss zum oben genannten „Waal“ reguliert werden kann.

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Wir wandern auf dem immer noch breiten Schotterweg dem Jenbach entlang und passieren weitere Bachstufen sowie die Wildnisschule Chiemgau bis wir letztendlich auf die Geschiebetorsperre stoßen (reine Gesamtgehzeit 20 Minuten).

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Im Bereich der Sperre steigt unser Weg etwas stärker an und wir tauchen nun in ein kleines Waldstück ein, wo sich unser Weg für wenige Meter erstmals in einen Wurzelsteig wandelt. Danach treten wir wieder aus dem Wald heraus auf einen breiten Schotterweg. Linkerhand von uns liegt eine weitere Bachsperre, welche aus mehreren Metallpfählen besteht.

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Diese sollen offensichtlich bewirken, die Fließgeschwindigkeit des Jenbachs etwas zu reduzieren sowie Geröll und Hölzer zurückzuhalten. Wir wandern weiter bergwärts und treffen auf einen idyllischen Rastplatz mit Sitzgelegenheiten (reine Gesamtgehzeit 30 Minuten). Links neben uns rauscht der Jenbach ins Tal und rechterhand entspringt eine kleine Quelle.

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Nach einer kurzen Rast geht es weiter bis wir auf ein links neben dem Weg stehendes großes Xylophon treffen. Getreu dem Motto „Im Einklang mit der Natur“ nehmen wir uns die Zeit für ein kleines Musikstück. Direkt dahinter stoßen wir rechts des Weges auf eine weitere Quelle, deren Wasser über eine abgerundete Felswand fließend auf unseren Schotterweg trifft und diesen quert.

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Einige Zeit später treffen wir auf ein großes Bachbett mit viel Steingeröll (reine Gesamtgehzeit 45 Minuten). Dieser Teilab­schnitt wird auch als Brechries bezeichnet. Ab diesem Zeitpunkt nimmt unser Weg an Steigung zu


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und wir erreichen einen Wegweiser, welcher uns nun rechterhand auf den Jenbachsteig leitet. Ab hier geht es wie der Name schon sagt zu Beginn auf einem schmalen Schottersteig und dann auf einem Wurzelsteig sehr steil bergwärts. Diese Passage ist relativ anspruchsvoll.

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Nach dem Jenbachsteig gelangen wir wieder aus dem Wald heraus auf eine breite Schotterstraße (reine Gesamtgehzeit 1 Stunde 5 Minuten), welche zum zweiten Wanderparkplatz im Oberen Jenbachtal führen würde. Wir kommen an einer rechterhand etwas versteckten, aber anscheinend neu erbauten urigen Privathütte vorbei

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und verlassen nach wenigen Metern die Fahrstraße nach links dem Wegweiser in Richtung „Jenbach Wasserfälle“ folgend (reine Gesamtgehzeit 1 Stunde 10 Minuten). Der Weg führt uns nun wieder hinunter an den Jenbach.

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Zu Beginn queren wir eine Brücke, welche sich ideal als weiteres Fotomotiv eignet. Rechts von uns der Jenbach und linkerhand ein weiterer atemberaubender Bachzulauf mit mehreren Kaskaden.

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Ab hier geht es auf einem ganz schmalen Steig rechts den Jenbach entlang.

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Wir balancieren über einige schmale, etwas verfallene Betonpfeiler und steigen direkt am seitlichen Bachufer über Stein u. Geröll.

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Zum Zeitpunkt unserer Begehung (September 2014) scheint es kurz zuvor einen Hangrutsch gegeben zu haben, da ein Teil des Steiges verschüttet war wodurch die Begehung etwas erschwert wurde.

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Nach kurzer Kraxelei stoßen wir nun auf den ca. 10 m hohen, faszinierenden Jenbachfall,

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welchen wir über daneben angebrachte Treppen (teils Stein- sowie Metallstufen, erhöhte Vorsicht bei Nässe) erklimmen (reine Gesamtgehzeit 1 Stunde 25 Minuten). In diesem Teilstück zeigt sich, wie sich das Wasser seinen Weg in den Fels geschnitten hat. Hinter dem Wasserfall geht es noch ein kurzes Stück parallel zum Bachverlauf,

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bis wir letztendlich wieder aus dem Wald heraustreten und auf die Fahrstraße in Richtung Wirts-Alm treffen (reine Gesamtgehzeit 30 Minuten). Wir überschreiten ein Viehgitter (Weiderost)

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und folgen dem teils geteerten, teils geschotterten Fahrweg in mäßiger Steigung weiter bergan, wo wir die etwas über unserem Weg liegende Maieralm (874 m) passieren.

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Unmittelbar nach dem Passieren einer Brücke (wird nicht überschritten! / reine Gesamtgehzeit 1 Stunde 45 Minuten) zweigt rechterhand ein kleiner Schottersteig ab, über welchen wir weitersteigen,

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bis wir an die im hinteren Jenbachtal liegenden Almflächen gelangen. Die letzten Meter wandern wir über die Wiese hinauf zur Wirtsalm (889 m / Öffnungszeiten: Mai – Oktober, Dienstag Ruhetag), welche wir nach 386 Höhenmetern im Anstieg erreichen (reine Gesamtgehzeit 1 Stunde 50 Minuten).

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Die bewirtschaftete Wirtsalm liegt malerisch zwischen den Farrenpoint (1273 m) und Breitenstein (1622 m) mit tollem Blick auf den Wendelsteingipfel (1838 m). Neben der Terrasse lädt gerade an kühleren Tagen der Gastraum im inneren der Alm zu einer ausgiebigen Rast ein, da der Kamin eine wohltuende Aufwärmmöglichkeit bietet.

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Wenige Meter unterhalb der Almhütte befindet sich ein kleiner Spielplatz mit Schaukel und Rutsche, also ein idealer Platz für die etwas kleineren Mitwanderer. Nach einer kleinen Stärkung entscheiden wir uns, die Rückkehr von der Alm aus auf dem Fahrweg anzutreten. Hier kommen wir wieder an die Brücke, wo wir bei unserem Aufstieg auf den oben beschriebenen Steig zur Alm abzweigten.

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Wir wandern also auf der Fahrstraße weiter abwärts überqueren das Viehgitter und nur wenige Meter dahinter den oberen Wanderparkplatz im Jenbachtal.

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Wir lassen auf unserem Abstieg auch die uns nun bekannten Abzweigungen zum Jenbachfall oder Jenbachsteig wortwörtlich rechts liegen und wandern auf der geteerten Straße weiter talwärts.

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Auf dem Fahrweg kommen wir u. a. an einer kleinen Quelle mit Rastmöglichkeit sowie an einer ca. 250 Jahre alten Tanne vorbei. Das hier zusätzlich am Tannenbaum angebrachte Holzkreuz wurde von Fuhrknechten gestiftet, die an dieser häufig schneefreien Passage während des Holztransportes im Winter sehr oft stecken blieben. Seither heißt es „Beim Herrgott“ an der alten Tanne.

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Einer weiteren Sage nach soll gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine Sennerin von der Mooralm am Fuße dieser Tanne ihr erstes Kind ohne Unterstützung zur Welt gebracht haben, da sie zur Entbindung nicht mehr rechtzeitig ins Tal gelangte. Nach kurzem Innehalten geht es weiter auf der Straße hinab bis wir uns ungefähr auf Höhe der Geschiebetorsperre befinden. Hier zweigen wir wieder nach rechts ab (keine Beschilderung vorhanden!) und gelangen wieder auf den breiten, parallel zum Jenbach verlaufenden Fußweg.

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Wir entscheiden uns bewusst für diesen Abstecher, da wir unsere strapazierten Füße mittels Kneippen im Jenbach abkühlen wollen.

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Von hier ab wandern wir analog unseres Aufstieges zurück zum Wanderparkplatz, an welchen wir nach einer reinen Gesamtgehzeit von drei Stunden und 5 Minuten gelangen, wo wir unsere Tour gemütlich im angrenzenden Cafe Millau ausklingen lassen.

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Bei der oben genannten Tour kam unser Mammut Teamoutfit zum Einsatz u. a. der Wanderrucksack Creon Pro sowie die Kindertrage Shuttle Premium von Vaude.

FAZIT: Eine tolle Familienwanderung mit spannenden Wegabschnitten. Im unteren Teil der Tour zeigt sich der Jenbach relativ breit, später in der Schlucht wilder und ganz zum Schluss wandelt er sich fast in einen zahmen Bach. Bei Nässe besteht bei den Teilabschnitten im Bereich des Jenbachsteiges und des Jenbachfalles erhöhte Unfallgefahr, weshalb von einer Begehung mit Kindern bei diesen Bedingungen abgeraten wird. Die beschriebene Tour ist mit Kinderwagen nicht durchführbar. An schönen Tagen und vor allem an Wochenenden sind auf dem Wanderweg sowie der Wirtsalm viele Wanderer anzutreffen.

Weitere Informationen

  • Route Aufstieg: Unterer Wanderparkplatz Jenbachtal - Wanderweg parallel Jenbach - Jenbachsteig - Fahrstraße - Jenbach Wasserfall - Fahrstraße - Wirtsalm
  • Route Abstieg: Wirtsalm - Fahrstraße - Jenbach - Wanderweg parallel Jenbach - Unterer Wanderparkplatz Jenbachtal
  • Dauer für Aufstieg: 2 Stunden
  • Dauer für Abstieg: 1 Stunde
  • Ziel Höhe / Gipfel: 521 m
  • Höhenmeter: 368 m
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Empfohlende Wandermonate: Mai - September
  • Klettersteig: nein
  • Sehenswürdigkeiten: Geschiebetorsperre, Jenbach, Jenbach Wasserfall, Wirtsalm
  • Einkehrmöglichkeit: Cafe Millau, Wirtsalm
  • Schuhwerk: knöchelhohe Bergschuhe mit guter Profilsohle
  • Trittsicherheit: erforderlich
  • Schwindelfrei: erforderlich
  • Wanderkarte: Kompass Nr. 8
  • Weiterempfehlen: ja - ich würde die Tour wieder machen
  • Hinweis:

    Die Benutzung des Tourenberichtes erfolgt auf eigenes Risiko. Es wird keine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden jeder Art übernommen.

Sebastian

Was zunächst mit einer gewissen Skepsis begann, da es immer hieß Wandern ist etwas für ältere Leute, schlug ganz schnell in eine große Leidenschaft um und gipfelte letztendlich in einer Sucht. Mit meinen Berichten möchte ich euch helfen diese lebenslängliche Krankheit so gut wie möglich zu überstehen und die Symptome etwas zu lindern.

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