Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Notfällen in den Bergen

Verletzung, rosmary/Flickr, CC BY 2.0 Verletzung, rosmary/Flickr, CC BY 2.0 http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Notfällen in den Bergen

 

Obwohl sich in den letzten Jahren sowohl Ausrüstung als auch Technik ständig verbessert haben, kommt es in den Bergen immer wieder zu Unfällen. Ob Bergsteiger oder Wanderer, jeder kann in die Situation geraten, selbst Hilfe zu benötigen oder einer verletzten Person helfen zu müssen. Daher sollte jeder Bergwanderer sich zusätzlich zur gründlichen Tourenvorbereitung auch mit den wichtigsten Regeln der Ersten Hilfe befassen.

Häufige Verletzungen

Zu den am meisten auftretenden Blessuren gehören beispielsweise Bänderrisse, Muskelzerrungen, Prellungen, Knochenbrüche und diverse offene Wunden. Doch auch Hitzschlag, Sonnenbrand, Auskühlung, Erschöpfung oder ein Herzinfarkt können eine schnelle Erste Hilfe erforderlich machen. Dies ist insbesondere deshalb wichtig, da es eine geraume Zeit dauern kann, bis eine schützende Hütte erreicht ist oder professionelle Hilfe eintrifft.

Keine Zeit verlieren

Ist ein Unfall passiert oder ein anderer Notfall eingetreten, gilt es, die Lage schnell und vor allem richtig zu beurteilen und gegebenenfalls schnellstmöglich einen Notruf abzusetzen. Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen notwendig sind, entscheidet sich erst nach Prüfung der Vitalfunktionen (Bewusstsein, Puls und Atmung). Reagiert die Person, können allgemeine Maßnahmen ergriffen werden. Ist keine Reaktion feststellbar, jedoch die Atmung vorhanden, wird der Verunglückte in die stabile Seitenlage verbracht. Fehlen neben der Reaktion auch der Puls und die Atmung, sollten umgehend entsprechende Reanimationsmaßnahmen (Herz-Lungen-Wiederbelebung) erfolgen.

Erste Hilfe leisten

Ein Bänderriss zeigt sich schnell durch sehr starke Schmerzen und Anschwellen des Knöchels. In diesem Fall sollte das Gelenk gekühlt, bandagiert und hoch gelagert werden. Gleiches gilt für eine Muskelzerrung, die sich jedoch durch immer stärkere Schmerzen bemerkbar macht.

 

 

Wenn es zu Sonnenbrand gekommen ist, gilt zunächst: Schatten suchen. Außerdem benötigt der Körper in diesem Fall viel Wasser und, wenn vorhanden, eine Pflegecreme für die betroffene Stelle, am besten eine kortisonhaltige. Die Lotion sollte jedoch nicht stark fetten, da sonst der Heilungsprozess gestört wird. Bei Auskühlung ist Wärmezufuhr wichtig, allerdings nicht durch Reiben, sondern lieber durch zudecken und, wenn möglich, durch ein warmes Getränk. Ist die Unterkühlung so schlimm, dass sich unter anderem das Schmerzempfinden verringert, sollten auch keine Versuche zum Aufwärmen getätigt, sondern nur noch auf die Decke zurückgegriffen werden und der Patient in die stabile Seitenlage gebracht werden.

 

 

Äußere Blutungen, vor allem arterielle Verletzungen, können schnell lebensbedrohlich werden. Zum Stillen einer stark fließenden oder spritzenden Blutung eignet sich am ehesten ein Druckverband. Zunächst wird die Extremität hochgehalten und die Blutzufuhr durch gezielten Druck auf die Blutungsstelle gestoppt. Helfer sollten hierfür immer Einmalhandschuhe verwenden. Anschließend erfolgt das Anlegen des Druckverbandes. Entgegen früheren Auffassungen darf die Extremität nur dann abgebunden werden, wenn alle anderen Maßnahmen nicht fruchten und in absehbarer Zeit keine medizinische Hilfe zu erwarten ist.

 

 

Erschöpfungserscheinungen zeigen sich unter anderem durch Schwäche, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Seitenstechen und manchmal durch Übelkeit. In diesem Fall muss eine Rast eingelegt werden. Energie gibt Traubenzucker oder kleine Snacks und heiße Getränke. Manchmal ist auch zusätzliche Wärme, etwa durch eine Decke, sinnvoll. Hilfreich zum Vorbeugen aber auch bei schon eingetretenen Erschöpfungserscheinungen ist oft auch ein Wanderstock als Stütze. Erschöpfte dürfen, wie auch Verletzte, nicht allein gelassen werden.

Wichtige Utensilien für die erste Hilfe

Für den Ernstfall sollte jeder, der in den Bergen unterwegs ist, eine entsprechende Notfallausrüstung bei sich haben. Diese Utensilien sind in jeder Apotheke zu kaufen. Bei vielen Apotheken kann auch einfach online bestellt werden – unter www.europa-apotheek.com gibt es die unten genannten Utensilien einzeln zu kaufen. Der Vorteil ist, dass alle Utensilien gemeinsam bestellt werden können, um sicherzustellen an alles gedacht zu haben.

Folgende Komponenten:

- Wundschnellverband (Pflaster)
- elastische Binden
- sterile Mullkompressen
- Pflasterspule mit Schutzring
- Desinfektionstücher
- Dreieckstuch
- Verbandpäckchen
- Rettungsdecke gold/silber
- Erste-Hilfe-Handschuhe
- kleine Schere

Zusätzlich lohnt sich das Mitnehmen von:


- Traubenzucker
- Sonnencreme
- Schmerztabletten
- Lippenbalsam
- Desinfektionsmittel
- Pinzette
- Zeckenzange
- Taschentüchern
- Kühlgel oder -spray

Grundsätzlich gilt: Jeder ist in der Lage, Erste Hilfe zu leisten. Das sichere Auftreten des Helfers und der geübte Umgang mit der Erste-Hilfe-Ausrüstung schaffen Vertrauen beim Verletzten. Unter Umständen lassen sich dadurch bereits drastische Verletzungsfolgen wie ein Schock oder eine Bewusstlosigkeit vermeiden.

Reiner

Ich bin seit meiner Kindheit viel in den Bergen unterwegs. Mit meinem Bergfreund Sebastian habe ich deshalb das Projekt wandersüchtig.de gestartet. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und würde mich freuen, wenn Ihr öfters bei uns vorbeischaut.