Rheinland-Pfalz – Hunsrück/Naheland – 24 Stunden von Rheinland-Pfalz 2014

Rheinland-Pfalz – Hunsrück/Naheland – 24 Stunden von Rheinland-Pfalz 2014 by Bastian D.

Allgemeine Infos

Am 14.06.2014 fanden zum zweiten Mal die „24 Stunden von Rheinland-Pfalz“ statt. Austragungsort war wie schon im Vorjahr die Ortschaft Hennweiler, warum auch ändern, was sich bewährt hat, wenn es in der Gegend noch ausreichend Wege zum erkunden gibt? Ebenfalls wie im Vorjahr wurde eine Spende von mindestens 1€/km pro Teilnehmer zugunsten der Soonwaldstiftung und des Human Help Networks erhoben. Die Startgebühr betrug 8 €. Auch bei den 24 Stunden von Rheinland-Pfalz merkte man, dass solche Veranstaltung mit dem Reiz der Grenzerfahrung immer beliebter werden, statt der ca. 250 Teilnehmer in 2013 wurde aufgrund der großen Nachfrage in diesem Jahr das Limit bei 350 Teilnehmern gesetzt und sogar eine Nachrückerliste aufgestellt. Aufgrund einer Grippewelle im Hunsrück mussten allerdings kurzfristig noch einige Teilnehmer absagen.

Rheinland-Pfalz – Hunsrück/Naheland – 24 Stunden von Rheinland-Pfalz 2014

(Tagesschleife ca. 26,5 km, 772 Höhenmeter)

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(Dämmerungsschleife ca. 21,5 km, 729 Höhenmeter)

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(Nachtschleife ca. 24 km, 727 Höhenmeter)

Tourenbeschreibung

Für 8:30 Uhr war der Start zu den 24 Stunden von Rheinland-Pfalz geplant, jedoch verzögerte er sich etwas. Ob nun die lange Schlange bei der Ausgabe der Starterpakete der Grund dafür war oder das reichhaltige Angebot am großen Frühstücksbuffet die Verzögerung verursachte blieb ungeklärt. Auf die Runde geschickt werden sollten wir eigentlich unter Musikbegleitung durch die „Donnergugger“, welche allerdings auf der Anreise eine Autopanne zu beklagen hatten.

Rheinland-Pfalz – Hunsrück/Naheland – 24 Stunden von Rheinland-Pfalz 2014

Rheinland-Pfalz – Hunsrück/Naheland – 24 Stunden von Rheinland-Pfalz 2014 Rheinland-Pfalz – Hunsrück/Naheland – 24 Stunden von Rheinland-Pfalz 2014

Also ging es ohne musikalische Begleitung los, dafür mit dem augenzwinkernden Kommentar „wären sie mal zu Fuß gegangen…“ Die Temperaturen am Morgen waren mit 15°C frisch und entgegen der Wettervorhersage nieselte es leicht, als sich der Tross auf den vom letzten Jahr bekannten langen Asphaltweg hinter dem Wandermarktplatz in Richtung Soonwald begab.

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Nach dem Überqueren der K5 zwischen Hennweiler und Bruschied folgte der lang gezogene Aufstieg zum Teufelsfels, wo uns am Fuße des Aussichtsturms von drei Alphornbläsern der Marsch geblasen wurde.

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Über breite Waldwege ging es im Anschluß weiter mit dem Abstieg in Richtung Schlierschied, dabei boten sich schöne Ausblicke und vereinzelt konnte man bereits blaue Flecken in der Wolkendecke ausmachen und die Hoffnung wuchs, dass der nun etwas stärkere Regen bald aufhören würde.

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In Schlierschied schließlich wartete nach gut einem Drittel der ersten Schleife dann am Gemeindehaus bereits die erste Verpflegungsstation, neben Müsliriegeln, Äpfeln und Bananen gab es auch frisch geschmierte Brote mit Hausmacher Blut- und Leberwurst.

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Diese ersten Kilometer waren identisch mit den letzten Kilometern aus dem Vorjahr, allerdings in der entgegengesetzten Richtung. Und ein kurzes Stück in Richtung Woppenroth blieb das auch so, ehe wir dann ins Grünzelgrundtal abbogen, statt weiter in Richtung Woppenroth zu laufen. Breite Wiesenwege führten uns nun talabwärts, wobei das Teilnehmerfeld schon sehr stark auseinandergezogen wurde.

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Nach einigen kürzeren Aufs und Abs erreichten wir schließlich den Gemündener „Geologischen Hunsrück Pfad“, an dem uns Schautafeln die unterschiedlichen Gesteinsarten und ihre Entstehung erklärten. Außerdem bot sich von einem Aussichtspunkt ein schöner Ausblick über das Simmerbachtal und Gemünden.

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Die Ortschaft selbst lassen wir schnell hinter uns und nähern uns dem Nachbarort Gehlweiler, besser bekannt als „Schabbach“ aus den Filmen der „Heimat“-Reihe von Regisseur Edgar Reitz. Hier erwartet uns außerdem die nächste Verpflegungsstelle, vor dem Gemeindehaus wird Kartoffelsuppe serviert.

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Weiter geht es durch den kleinen Ort, in dem Infotafeln zeigen, wie die dort stehenden Häuser in den Filmen aussahen.

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Über einen Asphaltweg verlassen wir den Ortvorbei an Wiesen und Feldern in Richtung des Steinbruchs Henau, bis wir auf den Soonwaldsteig treffen.

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Diesem folgen wir nun auf einer seiner schwierigsten Teilabschnitte über einen sehr steilen und steinigen Pfad bis hinab zum Simmerbach.

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Hier geht es über die große Holzbrücke, die B421 wird überquert und es folgt ein langer, teils sehr steiler Aufstieg in Richtung Womrather Höhe. Am Ende des Aufstiegs wartet dafür neben einem Drehorgelspieler eine weitere Verflegungsstation und es gibt Wasser und Zitronentee. Die letzten 6 Kilometer der ersten Schleife verlaufen leicht abwärts über breite Waldwege in Richtung Hennweiler, doch ausgerechnet auf diesem sehr leichten Abschnitt trifft mich plötzlich „der Schlag“, Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme und extreme Müdigkeit stellen sich ein, wohl eine Reaktion des Körpers auf die zuletzt wegen einer Allergie eingenommenen Medikamente. Ich hoffe auf Besserung im Ziel, stärke mich am reichhaltigen Buffet mit Pasta, Reis, Putenbruststreifen in Sauce (natürlich gab es auch wieder vegetarische Optionen), hoffe auf die kräftigende Wirkung des Nachtischs mit Vanillepudding und roter Grütze und gönne mir anschließend etwas Ruhe in der Schlaf- und Ruhezone in der Sporthalle, wo in diesem Jahr sogar Massagen für die erschöpften Wanderer angeboten wurden.

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Letztendlich stellt sich leider keine Besserung ein und so verabschiede ich meine Wanderkollegen auf die zweite Schleife, während ich schweren Herzens meine Sachen packe und die 24 Stunden von Rheinland-Pfalz nach gerade mal 8 Stunden, 26,5 Kilometern, 772 Höhenmetern und 4 Verpflegungsstationen beende. Verpasst habe ich daher die zweite Schleife von 21,5 Kilometern von Hennweiler über Schloss Wartenstein und die Oberhauser Felsen nach Kirn, zum Whisky Museum auf der Kyrburg und durch das Trübenbachtal durch Bergen zurück nach Hennweiler. Die abschließende Nachtschleife führte vom Wandermarktplatz über Bruschied und Schneppenbach zur Ruine Schmidtburg und dem eigens für die Wanderer in der Nacht geöffneten Besucherbergwerk Herrenberg hinab ins Hahnenbachtal bis ins ebenfalls als „Schabbach“ bekannte Woppenroth, von wo aus es vorbei an der Schutzhütte Lützelsoon über den Sektempfang am Schützenhaus Hennweiler zurück zu Start und Ziel gin

Fazit

Der sehr gute Eindruck von der ersten Veranstaltung 2013 wurde absolut bestätigt, organisatorisch hatten Veranstalter und Partner trotz gestiegener Teilnehmerzahl alles im Griff, es bestand sogar die Möglichkeit, die Nachtschleife nach Voranmeldung in Begleitung eines Wanderführers zurück zu legen.
Letztendlich erreichten von den 350 Startern in diesem Jahr 165 das Ziel, darunter auch 8 Trailrunner, für die die Veranstaltung in diesem Jahr ebenfalls ausgeschrieben war. Im nächsten Jahr werden die 24 Stunden von Rheinland-Pfalz wieder stattfinden, der Austragungsort ist noch offen. Aber dank eines nun bereits erfahrenen Organisationsteams mit starken Partnern wird sich sicherlich auch an anderer Stelle eine tolle Veranstaltung durchführen lassen, schöne Wanderregionen hat Rheinland-Pfalz (und auch der Hunsrück) noch zur Genüge zu bieten.

Quelle: Fotos und Artikel Bastian D. / Karten RLP.

Weitere Informationen

  • Route Aufstieg: 24 Stunden Wanderung -Rundkurs
  • Route Abstieg: 24 Stunden Wanderung -Rundkurs
  • Dauer für Aufstieg: 6,5 Stunden
  • Dauer für Abstieg: 6,5 Stunden
  • Ziel Höhe / Gipfel: k.A.
  • Höhenmeter: ca. 2300 m
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Empfohlende Wandermonate: k.A.
  • Klettersteig: nein
  • Sehenswürdigkeiten: Landschaft etc.
  • Einkehrmöglichkeit: Verpflegungsstationen
  • Schuhwerk: knöchelhohe Bergschuhe mit guter Profilsohle
  • Trittsicherheit: erforderlich
  • Schwindelfrei: erforderlich
  • Wanderkarte: https://www.24stunden-rlp.de/Austragungsort/Die-drei-Schleifen
  • Weiterempfehlen: ja - ich würde die Tour wieder machen
  • Hinweis:

    Die Benutzung des Tourenberichtes erfolgt auf eigenes Risiko. Es wird keine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden jeder Art übernommen.

Bastian D.

Ich komme aus dem schönen Hunsrück und bin hauptsächlich auf den hier nur so aus dem Boden schießenden Wanderwegen unterwegs. Immer mit dabei ist mein Hund Kenny, der mich ohne Rücksicht auf das Wetter oder meine Tagesform nach draußen treibt.Außerdem bin ich zertifizierter Wanderführer und biete (nicht nur) für Gäste unserer Ferienwohnung Dickbaums geführte Wanderungen an. Ich hoffe meine Touren- und Testberichte sind hilfreich und würde mich freuen, Leser von wandersuechtig.de als unsere Gäste begrüßen zu dürfen.