Auf den Spuren von St. Rupert durch den Chiemgau

Auf den Spuren von St. Rupert durch den Chiemgau by wandersuechtig.de

Presseauskunft vom 20.09.2012

Auf den Spuren von St. Rupert durch den Chiemgau

St. Rupert ist nicht nur Namensgeber der Kulturregion Rupertiwinkl, sondern auch Schutzpatron des Salz- und Salinenwesens sowie der Salzknappen. Sofort erkennbar ist er durch seine Beifügung, das Salzfass. Er lebte von 615 bis 718, wurde ursprünglich in Worm geboren, wirkte in Regensburg und dann schließlich in Salzburg und im Rupertiwinkl durch Klostergründungen und Christianisierung der ganzen Region. St. Rupert wurde zum ersten Bischof von St. Peter zu Salzburg und somit des Erzbistums Salzburg, das sich von Salzburg über Piding, Teisendorf, Palling, Waging, Tittmoning und Laufen erstreckte. Ihm wurde bald auch das Recht zur Salzgewinnung in Bad Reichenhall zugesprochen.  Erst 1816 wurde Salzburg endgültig an Österreich angeschlossen und der Rupertiwinkl fiel an Bayern. Noch heute wird im Salzburger Land jeweils am 24. September der ‚Rupertikirtag‘ gefeiert.

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Der neue St. Rupert Pilgerweg verbindet nicht nur religiöse Stätten wie Kirchen, Klöster und Denkmäler, sondern lädt auch ein zu einer Wander-Erlebnisreise durch die Regionsgeschichte, vorbei an herrlichen Seenlandschaften im malerischen Rupertiwinkel. Überall ist die wechselvolle, geistliche Geschichte des Rupertiwinkels spürbar.
Bräuche, wie beispielsweise das im Rupertiwinkel typische ‚Aperschnalzen‘ gehen auf die salzburgische Vergangenheit der Kulturregion zurück. Zwischen Stefanitag und Faschingsdienstag finden sich die Schnalzervereine zusammen und vertreiben mit ihrem Schnalzen den Winter. In einem alten Spruch heißt es:

»Aperschnalzen, Grasausläuten,
hört‘s ös net von allen Seiten,
Winter, du saudummer Narr,
wirst denn heuer nimmer gar.«

Der St. Rupertweg beginnt im Pilgerzentrum Altötting und führt dann in südlicher Richtung über Halsbach bis in die Stadt Tittmoning im Chiemgau. Tittmoning mit der stattlichen Burg, die heute das Heimathaus des Rupertiwinkels beheimatet, war einst eine salzburgische Stadt mit eigenem Pfleggericht gegen die bayerischen Städte Burghausen und Neuötting. In Tittmoning verbrachte auch der heutige Papst Benedikt seine  Kindheit. Am Stadtplatz kann man die ‚Inn-Salzach-Bauweise‘ bestaunen, mit den kunstvollen, hohen Giebelwänden (Blendfassaden) die auch Schutz vor Feuer und Stadtbränden bieten sollten. Oberhalb der Burg befindet sich der Ponlachgraben mit der Kirche Maria Brunn (1715). Dort befindet sich ein Gnadenbild mit Statue des hl. Rupert. An den Brüstungen der Doppelempore finden wir neben anderen Marien-Wallfahrtsstätten auch ein Bild vom Ausgangspunkt Altötting. Dem Quellbach an der Kapelle, der aus zwei Brunnen fließt, wird Heilkraft zugeschrieben. Er schenkt eine herrliche Erfrischung. Im Bach des Ponlach–Grabens können Pilger ihre müden Füße kühlen.

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Der St. Rupertweg führt weiter Richtung Süden  über Wiesmühl und Törring bis zur Nordspitze des Tachinger Sees, welches durch die Wallfahrtskirche St. Colomann markiert wird. St. Coloman, dem in unserer Gegend einige vor allem kleinere Kirchen und Kapellen geweiht sind, hatte im ländlichen Volksglauben eine tief verwurzelte Bedeutung als Viehpatron. Angerufen wird er aber auch gegen Krankheiten, bei Gewittern und bei übler Nachrede. Auf einem Gemälde an der südlichen Chorwand ist der Lebenslauf des Heiligen dargestellt. Von hier aus können wir einen spektakulären Blick über die Seen auf die Chiemgauer Berge genießen. Die Mesnerin ist gern bereit, das eindrucksvolle Schloss der schweren Tür zu öffnen, damit wir den spätgotischen Flügelaltar (1515) mit den geschnitzten Figuren des Hl. Maximilian und des irischen Jerusalempilgers Coloman bewundern können, die Maria mit dem Jesuskind einrahmen. Maximilian von Pongau, der Wanderbischof, Missionar Noricums (Kärnten) und Rompilger des 3. Jahrhunderts ist auch der Patron der von Rupertus in Bischofshofen gestifteten Maximilianszelle.

Die Tour läuft weiter durch Tengling auf einem Panoramaweg westlich des Tachinger Sees über Taching bis nach Otting. Auf dem Weg weiter nach Waging streift der Weg das Schloss Gessenberg, welches heute in Privatbesitz ist, stammt von 1700 und war damals westliche Grenzbefestigung des Erzbistums Salzburg und damit auch Westgrenze des historischen Rupertiwinkels. 

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Waging am See ist heute das touristische Zentrum des nördlichen Rupertiwinkels und lädt ein zu einer Entdeckungstour durch den historischen Ortskern mit der Pfarrkirche St. Martin, dem Bajuwarenmuseum in der Tourist-Information und dem Bajuwarenhaus im Kurpark. Im westlichen Ortsteil Gaden findet man in der St. Rupertkirche.

Am Ort der heutigen Kirche, soll laut einer alten Legende Rupert eine Hl. Messe gefeiert haben. Eine jüngere Überlieferung, die den ungewöhnlichen Grundriss der Kirche, den siebeneckigen Zentralbau mit dem nahezu quadratischen Chorraum, erklären will, spricht sogar davon, dass Rupert hier einen vorchristlichen Kultort zu einer christlichen Kirche gemacht habe. Schon am Tor der Kirchhofmauer empfangen uns Rupert und Virgil als barockes Fresko. Der ursprünglich romanische Innenraum aus dem 12.Jahrhundert wurde Mitte des 15. Jahrhunderts durch ein  steiles Sternrippengewölbe gotisiert. Im Zentrum  des neugotischen Altars von 1881 steht die geschnitzte Darstellung der Taufe des Herzogs Theodo durch Rupert.

Oberhalb von Gaden befindet sich die Wallfahrtskirche Maria Mühlberg mit herrlichem Blick über das gesamte Waginger Seengebiet.

Der Rupertweg führt weiter Richtung Süden durch die Gemeinde Wonneberg bis zur Wallfahrtskapelle Maria Tanne und dann weiter in die Salinenstadt Traunstein. Nicht nur das Bildungs- und Exerzitienhaus St. Rupert erinnert hier an den Namensgeber des Pilgerweges. Die Stadt war ein Zentrum des damaligen Salinenwesens, verdankte seinen Aufstieg und Reichtum dem Salzhandel und Salzverarbeitung. Im Heimat- und Spielzeugmuseum am Stadtplatz mit historischem Stadtmodell erhält man ein interessantes und lebendiges Bild von der früheren Salzgeschichte Traunsteins, die auch eng verflochten war mit der Holzgewinnung in den Chiemgauer Alpen und dem Triftwesen auf der Traun. Noch heute kann man die Salinenkapelle am Karl-Theodor-Platz besichtigen.

Der Rupertweg führt weiter über den Röthelbachweiher, durch den Bürgerwald und Pechschnait bis nach Vorauf und von dort der Roten Traun folgend bis nach Inzell. Damit schließt der Weg an den Salinenweg an, der den Verlauf der ältesten Pipeline der Welt markiert. Mit dieser Holzpipeline wurde damals das in Wasser gelöste Salz der Berchtesgadener Alpen bis nach Traunstein und später nach Rosenheim transportiert und in den dortigen Sudpfannen wieder verdampft bzw. das Salz rückgewonnen.

Südlich von Inzell läuft der St. Rupertweg über Weißbach bis nach Bad Reichenhall und von dort aus weiter in die Stadt Salzburg. Eine Abzweigung von Waging aus schließt über Laufen, Oberndorf, Seekirchen, Fuschl an die seit 2007 bestehende Route St. Gilgen - Bischofshofen an.

Impressionen

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Quelle: Pressemitteilung von Chiemgau - Fotos von wandersuechtig.de

Reiner

Ich bin seit meiner Kindheit viel in den Bergen unterwegs. Mit meinem Bergfreund Sebastian habe ich deshalb das Projekt wandersüchtig.de gestartet. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und würde mich freuen, wenn Ihr öfters bei uns vorbeischaut.