Baden-Württemberg - Oberschwaben - Auf den Spuren der Kelten

geschrieben von
Baden-Württemberg - Oberschwaben - Auf den Spuren der Kelten by David

Allgemeine Informationen

Die GPS Tour „Oberschwäbische Keltenstraße“ führt mitten durch Oberschwaben, von Mengen an der Donau bis nach Kirchberg an der Iller. Oberschwaben ist landschaftlich vor allem durch die letzte Eiszeit geprägt worden und so findet man hier etliche Seen und Weiher, sowie viele Hügel und Berge. Zu Oberschwaben zählt man auch einen Teil des hügeligen Allgäus, was in die Alpen übergeht. Diese Strecke führt vom Donautal bis zum Illertal mit einer leichten Steigung von ungefähr -+ 0,7 Prozent, von einem Bergen für die Stationen abgesehen. Allerdings ist die Distanz allein in der Luftline recht hoch mit ungefähr 125 Kilometern. Die GPS Strecke führt nicht nur durch schöne und abwechslungsreiche Natur, sondern will auch bilden. Das Thema der Tour sind die Kelten. Die GPS Punkte, denen man folgt, führt zu Originalschauplätzen, wo einst die Kelten lebten. Diese erste Hochkultur nördlich der Alpen existierte von ungefähr 750 v. C. bis 15. v. C, als die Römer das Land besetzten. Die Tour wartet mit Erklärungen zu der Örtlichkeit, als auch mit dem Leben der Kelten auseinander. Im Übrigen ist auch das Heuneburg-Museum in der Nähe, die vermutlich größte Stadt der Antike nördlich der Alpen.

Tourbeschreibung

Die Tour beginnt in Mengen und in der Nähe lockt das Römermuseum in Mengen-Ennetach, das auch teils über die Kelten Auskunft gibt. Dort gibt es auch einige wenige Parkplätze, aber vor allem gibt es gegenüber eine Bäckerei. Die Tour kann man an ein, zwei Tagen erradeln, denn die einzelnen Positionen sind jeweils einige Kilometer voneinander entfernt. Eine Wanderung dauert ungefähr eine Woche. Zur ersten Station geht es erstmal berghoch, dort wo sich auch – sehr passend – der archäologische Rundweg der Römermuseums befindet. Wie an jeder Station muss man hier halt etwas suchen. An jeder Station erzählt ein anderer fiktiver Kelte über deren Welt, dabei behandelt jede Station ein anderes Thema. In der ersten Schatzbox findet man Anhaltspunkte über die Herkunft der Kelten, die schon vor den Römern auf dem Ennetacher Berg lebten. An Ende der laminierten Papiere sind weitere GPS Koordinaten angegeben. Also eingegeben ins Handy und los geht‘s. Hierzu haben wir ganz einfach Google Maps benutzt, was wunderbar funktioniert.


Die nächsten zwei Station sind ungefähr 25 Kilometer entfernt, dann aber im Abstand von vier Kilometer (Luftlinie). Man radelt dabei durch malerische kleine Städte, wie Bad Saulgau, wo man sich auch stärken kann. Die Stationen führen tief zuweilen tief in den Wald und daher sollte man sich ordentlich kleiden, was Schuhwerk und Kleidung betrifft. Hier befinden sich sogenannte Viereckschanzen, also Gutshöfe der Kelten. Thematisch geht es um den Wandel innerhalb der keltischen Kultur und das Rätsel dieses Wandels und bei Station vier geht es um deren Religion, ohne die esoterischen Verblendungen.


Etwas weiter kommt man bei Station fünf in sechs Kilometer Luftlinien-Entfernung, das Thema sind die Druiden. Ich muss sagen, die Routenvorschläge von Google sind anfangs skeptisch von mir bewertet worden, jedoch hat es mich immer zu Ziel gebracht. Das nahegelegene Bad Buchau lockt nicht nur mit dem Federsee, sondern auch mit seinem Museum, wo ebenfalls Stücke der damaligen Zeit aufbewahrt werden. Die nächste Station findet man hinter einer Kapelle in der Nähe des Federsees . Der Handel der Kelten wird, angesichts der Ausgrabungen einer Fischfanganlage im Federsee, beleuchtet.

Dann muss man den Bussen hoch, dessen Auffahrt einen Höhenunterschied von 150 Metern macht. Da muss man ordentlich strampeln, die letzten Meter darf man aber sowieso nicht hochfahren, das wäre auch mörderisch. Aber die Anstrenung wird belohnt, allein mit der Aussicht. Hier erfährt man Intimes über die Kelten.


Bergab geht es wieder etwas leichter, doch obwohl man einige Dörfer passiert, gibt es keinen Einkaufsladen – zumindest nicht auf der von Google vorgeschlagenen Route. Dabei liest man beim Ankommen über die Partys der Kelten, die ziemlich ausschweifend waren. Erst kurz vor der nächsten Station, in Mittelbiberach, konnte man sich wieder stärken. Nach der Station, wo es um die Viereckschanze und ihrer Bedeutung geht, geht es berg auf und ab bis es zur Station hin, stark bergauf geht.

Wir fahren den Berg hoch und stehen auf einer Ebene mit kleinen Höfen und weniger Häusern, ein schönes Fleckchen Erde denken wir uns und machen und auf die Suche, vorbei an einem Bauernhof, auf dem die Hühner uns verfolgen. Dahinter eine hohe Wiese und ein Wald, ganz dahintert befindet sich etwas abseits der GPS Koordinaten die Schatzkiste. Dort erfährt man ein neues Rätsel, warum zu einer bestimmten Zeit diese Gegend fast menschenleer war – niemand weiß es. Als wir wieder raus kommen sind unsere Hosen von Pflanzenresten übersäht. Den Berg runter muss man aufpassen beim Radeln, man kann recht schnell werden und die Straße ist geteert, aber kurvig!

Die nächste Station liegt in einer Stadt, Bad Waldsee, wo man alles findet – vom Restaurant (sogar für Vegetarier) bis zum Supermarkt. Die Schatzkiste liegt bei der evangelischen Kirche und berichtet vom Krieg der Kelten und ihrer Kampftechnik.

Aus Bad Waldsee raus geht es merklich immer mehr ins Allgäu, zunächst zu einer kleinen, barocken Kirche (die es hier überall gibt), wo die elfte Station, wo ein keltischer Gott aus den Nähkästchen plaudert. Die Gemeinde verweist mit ihrem Namen auf die keltische Herkunft. Weniger lustig erging des den Dieben, die auf der nächsten Station zu Wort kommen werden, doch jetzt hat man wieder etwas über 20 Kilometer vor sich, vorbei an einem Berg, den man doch hoch muss. Abweichend von der Route geht es aber dann erstmal wieder nach Aichstetten zum Auftanken. Danach geht es durch das malerische Illertal durch flaches Land nach Norden, an Station 13 geht es um den barbarischen Kopfkult der Kelten. Auch in Tannheim kann man sich übrigens verpflegen lassen.

Und schließlich geht es zur 14. und letzten Station des GPS Keltenwegs, wiederum geht es hoch. Die Kelten liebten es zuweilen auf den Bergen zu wohnen, aber ich will ja nicht alles verraten. Hier ist das Thema allerdings das Gold, das noch versteckt sein könnte. Die Römer haben zwar gesucht, aber vielleicht nicht alles gefunden. Wo man suchen muss, erfährt man an dieser Station, wo wiederum eine Göttin erzählt. Von hier aus liegen in 20 bis 30 Kilometer Entfernung die Städte Memmingne, Ulm oder Biberach an der Riss.


Fazit: Die Menschen hier sind vielleicht schwer zu verstehen, aber sehr hilfsbereit. Die Tour ist eine schöne Idee und ich hoffe die Kisten bleiben vor Ort, aber für alle Fälle sind alle Informationen auch online zu lesen unter www.oberschwaebische-keltenstrasse.de. Die Tour ist für Sommer oder Herbst, im Frühjahr könnte es ganz schön matischig werden. Gerade im Herbst, wenn das Laub bunt wird, kann man viele schöne Impressionen einfangen. Und wenn das Laub weg ist, ist auch der Wald zugänglicher. In Süddeutschland ist es vor allem die Zecke, vor der man sich schützen sollte und daher sollte man auf überflüssige Cremes und Parfüm verzichten. Zu Erwandern ist die Strecke gewiss nicht an einem Tag, da ist wohl eine Woche angesagt. So sollte man sich auch die Übernachtungen buchen. Außerdem sind die Örtlichkeiten zuweilen tief im Wald versteckt, sodass man auch mal durch einen dichten Wald muss. Das ist vielleicht nicht für jeden etwas. Die Tour ist zwar lang aber es gibt, wie beschrieben, einige schöne Möglichkeiten für eine Rast.

Weitere Informationen

  • Route Aufstieg: siehe Artikel
  • Route Abstieg: siehe Artikel
  • Dauer für Aufstieg: 6,5 Stunden
  • Dauer für Abstieg: 6,5 Stunden
  • Ziel Höhe / Gipfel: k.A.
  • Höhenmeter: k.A.
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Empfohlende Wandermonate: Sommer und Herbst
  • Klettersteig: nein
  • Schuhwerk: knöchelhohe Bergschuhe mit guter Profilsohle
  • Trittsicherheit: erforderlich
  • Schwindelfrei: nicht erforderlich
  • Weiterempfehlen: ja - ich würde die Tour wieder machen
  • Hinweis:

    Die Benutzung des Tourenberichtes erfolgt auf eigenes Risiko. Es wird keine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden jeder Art übernommen.

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